Schlag gegen Sprengstoff-Plattform Polizei findet Hakenkreuzfahne bei Tatverdächtigem

Im Zuge einer internationalen Razzia mit 1000 Beamten hat die Polizei eine Sprengstoff-Plattform aus Deutschland abgeschaltet. Nun haben die Ermittler bei einem der Tatverdächtigen einen rechtsextremen Bezug festgestellt.

Blaulicht der Polizei (Symbolbild)
DPA / Patrick Seeger

Blaulicht der Polizei (Symbolbild)


Vor zwei Tagen ging die Polizei mit einer bundesweiten Großrazzia gegen eine Internetplattform zum Bau von Kriegswaffen und Bomben vor - bei einem der Tatverdächtigen im westfälischen Soest hat die Polizei rechtsextreme Devotionalien gefunden.

Bei einer Durchsuchung seien bei dem Mann mehrere T-Shirts und Aufkleber mit Aufdrucken rechtsradikaler Netzwerke sowie eine Hakenkreuzfahne sichergestellt worden, teilte die Polizei in Göttingen mit. Aufgrund der neuen Erkenntnisse ermittele nun der Staatsschutz gegen den Mann, zu dessen Identität die Fahnder zunächst nichts weiter sagen wollten. Handy und Computer des Mannes würden aktuell ausgewertet. Die örtliche Staatsanwaltschaft und Polizei hätten den Fall übernommen.

Die Polizei hatte am Dienstag im Rahmen eines internationalen Großeinsatzes die im Internet frei zugängliche Sprengstoff-Plattform xplosives.net stillgelegt. Auf der Internetseite sollen der Bau von Kriegswaffen, die Herstellung von Sprengstoffen und synthetischen Betäubungsmittel detailliert beschrieben worden sein. Weiterhin sei das Forum für den Handel mit Betäubungsmitteln und chemischen Grundstoffen genutzt worden.

Im Zuge der Razzia wurden der Server und zahlreiche Datenträger beschlagnahmt, auch Sprengstoff und Rauschgift seien sichergestellt worden. Bei dem Einsatz in neun Bundesländern sowie in Litauen und Kroatien wurden 22 Verdächtigte ermittelt.

Insgesamt wurden in Deutschland fast 400 Kilogramm Grundstoffe zur Herstellung von Sprengstoff entdeckt, 200 Kilogramm davon in Niedersachsen und 127 Kilogramm in Baden-Württemberg, wie die Polizei auflistete. Außerdem entdeckten die Beamten mehrere Langwaffen, Waffenteile, Schießkugelschreiber sowie Labore und Drogenküchen zum Herstellen von Sprengstoff oder Betäubungsmitteln.

one/dpa

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