Somalia Piraten geben ukrainischen Panzer-Frachter frei

Ende einer Entführung: Nach gut vier Monaten haben somalische Piraten den mit Dutzenden Panzern beladenen ukrainischen Frachter "Faina" freigegeben. Zuvor soll ein Lösegeld in Millionenhöhe geflossen sein.


Hamburg - Die "Faina" steht nun unter dem Schutz eines US-Kriegsschiffes und werde Kurs auf die kenianische Hafenstadt Mombasa nehmen, wie das Büro des ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko mitteilte. Die 20-köpfige Schiffsbesatzung sei wohlauf. Kiew erklärte weiter, ein "sehr umfangreicher Einsatz" des ukrainischen Geheimdienstes habe zur Freilassung geführt - ohne allerdings Einzelheiten zu nennen.

Piraten an Deck des Frachters "Faina": "Keine große Summe"
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Piraten an Deck des Frachters "Faina": "Keine große Summe"

Die Ukraine machte auch keine Angaben zu einem Lösegeld in Höhe von 3,2 Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro), das die Reederei angeblich an die Piraten gezahlt haben soll. Das Geld sei am Mittwoch gegen Mittag von einem Hubschrauber über dem Schiff abgeworfen worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von einem Piraten, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Piratensprecher Sugule Ali sagte am Telefon lediglich, dass "keine große Summe" gezahlt worden sei. "Nur etwas, um unsere Ausgaben zu decken", sagte Ali. Ursprünglich hatten die Piraten 35 Millionen Dollar für den Frachter gefordert.

Die Freigabe habe sich zunächst um eine Stunde verzögert, weil drei Mitglieder der Piratengruppe die "Faina" nicht verlassen wollten, sagte Piraten-Sprecher Ali. "Jetzt ist das Schiff aber frei." Nach Angaben von Fischern und Augenzeugen im somalischen Küstenort Harardere hatten zuletzt mehr als 50 Piraten die Besatzung - 17 Ukrainer, zwei Russen und einen Letten - in ihrer Gewalt gehalten. Der Kapitän des Schiffes war kurz nach der Entführung unter ungeklärten Umständen gestorben.

Die Piraten hatten die "Faina" am 25. September in ihre Gewalt gebracht. Die Entführung hatte für große Aufregung gesorgt, da der Frachter mit dem Ziel Mombasa mehr als 30 Kampfpanzer des sowjetischen Typs T-72 und Munition an Bord hatte. Noch immer ist unklar, für wen die Waffenladung bestimmt war. Während die Ukraine und Kenia von einer Rüstungslieferung für die kenianische Armee sprachen, gaben die USA und die Piraten an, dass die Waffen an Rebellen im Südsudan gehen sollten.

Die Gewässer vor der somalischen Küste gelten als die gefährlichsten der Welt. Die Piraten nutzen die Lage in dem ostafrikanischen Land, das sich seit 1991 im Bürgerkrieg befindet, um internationale Frachter zu kapern. Im vergangenen Jahr hatten die Piratenangriffe im Golf von Aden ein Rekordniveau erreicht.

Besonders spektakulär war die Kaperung des saudi-arabischen Supertankers "Sirius Star" Mitte November - durch denselben Clan, der auch die "Faina" entführte. Der Tanker kam am 9. Januar ebenfalls gegen Lösegeld frei. Mindestens 13 Schiffe befinden sich noch in der Hand von Piraten, darunter auch der deutschen Frachter "MV Longchamp".

jdl/AFP

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