Festnahmen in Spanien Polizei zerschlägt Europas mutmaßlich größten Kokainschmugglerring

Vier Tonnen Kokain und zweieinhalb Tonnen Marihuana wurden sichergestellt: Der spanischen Polizei ist ein großer Schlag gegen die Drogenkriminalität gelungen. An den Ermittlungen waren auch deutsche Beamte beteiligt.
Beschlagnahmte Gegenstände

Beschlagnahmte Gegenstände

Foto: David Fernandez / EPA

Die spanische Polizei hat vier Tonnen Kokain, zweieinhalb Tonnen Marihuana und große Mengen Bargeld sichergestellt: In Zusammenarbeit mit Kollegen aus Deutschland haben die spanischen Beamten den nach eigenen Angaben größten Schmugglerring für Kokain in Europa zerschlagen. Dabei wurden in Spanien 61 Verdächtige festgenommen, wie die Polizei bestätigte.

An den jahrelangen Ermittlungen unter Leitung der europäischen Polizeibehörde Europol seien neben Polizisten aus Spanien und Deutschland auch Kollegen aus Kroatien, Slowenien, Serbien und Kolumbien sowie US-Beamte beteiligt gewesen. Bei den Mitgliedern der Bande habe es sich vor allem um Bürger von Balkanländern wie Serbien, Kroatien und Montenegro gehandelt. Die Festnahmen in Spanien seien bereits im Frühjahr dieses Jahres in Barcelona, Madrid, Málaga, Tarragona, Girona und Valencia erfolgt.

Die Bande habe große Mengen Kokain aus Südamerika nach Europa geschmuggelt und in verschiedenen Ländern Europas verteilt. Der Zugriff sei erfolgt, als eine Lieferung von 1,25 Tonnen Kokain, das von Brasilien aus auf dem Seeweg nach Europa gebracht worden war, in Spanien eintraf.

Verbindungen in den Profifußball

Die Ermittlungen seien schwierig gewesen, weil die führenden Mitglieder der Gruppe sehr mobil gewesen seien, nirgendwo dauerhaft lebten und schnell von Land zu Land gereist seien. Zudem habe die Bande über große finanzielle Möglichkeiten verfügt. Die Funktionen der einzelnen Mitglieder der Bande, ihre Reisen und Kontakte sowie der Weg der Drogen aus Südamerika bis in die einzelnen europäischen Länder sei in langwieriger Kleinarbeit nach und nach ermittelt worden.

Nach Erkenntnissen der kolumbianischen Polizei betrieb die Bande auch Geldwäsche durch Spielerwechsel im Profifußball des südamerikanischen Landes.

kha/dpa
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