Spanien und Griechenland Polizei gelingt Schlag gegen Kinderporno-Ring

Griechischen und spanischen Behörden ist ein Schlag im Kampf gegen Kinderpornografie gelungen: Hunderte Festplatten und Computer wurden sichergestellt, gegen mehr als 200 Personen wird ermittelt. Unter den Verdächtigen sind Firmenchefs, Lehrer und Polizisten.

Athen/Madrid - Monatelange Ermittlungen, landesweite Razzien und ein neues Computerprogramm brachten den erhofften Erfolg: Behörden in Griechenland und Spanien nahmen zahlreiche mutmaßliche Mitglieder von Kinderporno-Banden fest.

In Griechenland droht 177 Menschen eine Anklage wegen des Besitzes oder der Weitergabe von Kinderpornografie im Internet. 18 Menschen seien festgenommen worden, 308 Festplatten, 39 Computer und zahlreiche CDs sowie DVDs seien beschlagnahmt worden, teilte die griechische Polizei am Freitag mit. Unter den mutmaßlichen Tätern befänden sich Angestellte des öffentlichen Dienstes, Geschäftsleute, ein Lehrer sowie ein Künstler.

Die Verdächtigen sollen pornografische Bilder von Kindern im Alter zwischen acht Monaten und zehn Jahren angesehen oder verbreitet haben. Den Razzien vorausgegangen waren nach Behördenangaben vier Monate dauernde Ermittlungen in ganz Griechenland.

Die spanischen Behörden meldeten unterdessen die Festnahme von 57 Menschen, denen Besitz oder Verbreitung von Kinderpornografie im Internet vorgeworfen wird. Die Verdächtigen stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten, unter ihnen seien Firmenchefs, Ingenieure, Polizisten, Studenten und Arbeitslose. 47 weitere Menschen stehen dem Innenministerium zufolge unter Beobachtung.

Das sichergestellte Material enthält nach Polizeiangaben Szenen von äußerster Brutalität. Den Festnahmen ging eine der bislang größten Razzien in Spanien voraus: 400 Beamte waren im Einsatz, 97 Wohnungen wurden durchsucht.

Die Ermittler waren der Bande mit Hilfe eines neuen Computerprogramms auf die Spur gekommen, das von der norwegischen Polizei entwickelt worden war. Die Software ermöglicht es, das Internet auf die Verbreitung kinderpornografischen Materials abzusuchen und die Absender ausfindig zu machen.

siu/dpa/dapd
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