Prozess gegen Whitey Bulger Staatsanwalt fordert zweimal lebenslänglich für Ex-Mafiaboss

James "Whitey" Bulger hat elf Menschen ermordet und gilt als einer der gewaltbereitesten Gangsterbosse Bostons, für schuldig befunden wurde er bereits. Nun hat die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer für das Strafmaß verkündet: zweimal lebenslänglich plus fünf Jahre.

James "Whitey" Bulger (rechts, Archiv): "Gewalttätig und verachtenswert"
REUTERS

James "Whitey" Bulger (rechts, Archiv): "Gewalttätig und verachtenswert"


Boston - Der Mann verdient keine Gnade, hieß es von den Staatsanwälten. Zwei Mal lebenslänglich und zusätzlich fünf Jahre verlangten sie am Donnerstag für James "Whitey" Bulger, den früheren Chef der irischen Mafia in Boston und Neu-England - der sogenannten Winter Hill Gang.

Bulger hat nach Ansicht des Gerichts elf Menschen ermordet. Im August wurde er schuldig gesprochen. Die Staatsanwälte bezeichneten den 84-Jährigen als einen der gewalttätigsten und verachtenswertesten Kriminellen in der Geschichte von Boston.

In den siebziger und achtziger Jahren soll Bulger unter anderem 19 Morde in Auftrag gegeben oder selbst verübt haben. Auch wurde ihm Erpressung, Drogenhandel, Geldwäsche, Raub und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Nach 16 Jahren auf der Flucht war er im Juni vor zwei Jahren in Kalifornien festgenommen worden.

Die Polizei hatte bereits in den neunziger Jahren kurz davor gestanden, Bulger zu verhaften. Doch dem Gangster wurden gute Verbindungen zum FBI nachgesagt, offenbar soll ihn rechtzeitig ein Ermittler gewarnt haben. Bulger wurde damals auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher geführt.

kha/Reuters

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