Staatsbürgerschaft Kardinal Lehmann will Verfassungsbekenntnis von Muslimen

Als Reaktion auf die Terroranschläge in London hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, von den Muslimen eine deutliche Distanzierung von solchen Taten gefordert.


Mainz - Muslime in Deutschland sollten ein "aktives Bekenntnis" zu den Lebenswerten unserer Verfassung abgeben, sagte Lehmann heute im Deutschlandradio Kultur. Dies sollte vor der Verleihung der Staatsbürgerschaft verlangt werden.

Der Mainzer Bischof forderte muslimische Gemeinden auf, stärker mit den Geheimdiensten zu kooperieren. So könnten sie verdächtige Vorgänge in ihrer Umgebung melden. Es sei verständlich, dass Muslime, die keinen Kontakt zur Terrorszene haben, mit Verbitterung und Abwehr auf geheimdienstliche Untersuchungen von Moscheen und Wohnungen reagieren. "Aber man muss dafür werben, dass das Verständnis dafür da ist, und dass so etwas bei uns auch nicht willkürlich geschieht. Das ist ganz wichtig auf dem Weg der Integration." Die Anschläge in London machten deutlich, wie schwierig dies sei.

"Die Integration solcher Leute ist natürlich, wenn sie so jung sind und regelrecht abgerichtet werden für so etwas, fast unmöglich", sagte Lehmann. "Wichtig ist, dass sie bei uns viel stärker verpflichtet werden müssen, unsere Sprache zu lernen und unsere Kultur zu kennen, damit diese Isolation vermieden werden kann."



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