Tödlicher Überfall auf HSV-Investor Ermittler fahnden nach Deutsch-Libanesen

Unbekannte überfielen HSV-Investor Ernst Burmeister und verletzten ihn tödlich. Nun suchen die Ermittler einen 25-jährigen Tatverdächtigen, der eigentlich längst im Gefängnis sein sollte.

Einfamilienhaus in Stade-Bützfleht (Archivbild)
DPA

Einfamilienhaus in Stade-Bützfleht (Archivbild)


Nach dem tödlichen Überfall auf den HSV-Investor Ernst Burmeister in Stade sucht die Polizei den mutmaßlichen Haupttäter mit einem internationalen Haftbefehl. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Stader Tageblatts". Ermittelt werde auch gegen drei weitere Verdächtige, zu denen man keine Details bekannt gebe. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ist unter den Verdächtigen auch ein Enkel des Verstorbenen.

Bei dem Hauptbeschuldigten handelt es sich um einen 25-jährigen Deutsch-Libanesen, der in den Libanon geflohen sein soll. Er war in einem anderen Fall am 17. August vom Landgericht Stade wegen schweren Raubs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dennoch entließen ihn die Richter aus der Untersuchungshaft. Die Strafhaft sollte er antreten, wenn das Urteil rechtskräftig sei. Daraufhin tauchte der Mann unter.

Rechtskräftiges Urteil

Der internationale Haftbefehl erging, weil der Mann seine Haft nicht antrat, obwohl das Urteil am 25. August rechtskräftig wurde. Seit wann genau der Tatverdächtige vermisst werde, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Die Entscheidung des Landgerichts sei ungewöhnlich gewesen.

Das Ehepaar Burmeister war am 9. September in seinem Haus Opfer eines Raubüberfalls geworden. Zwei maskierte Täter hatten an der Haustür geklingelt, die von Burmeisters 73 Jahre alter Ehefrau geöffnet wurde. Die Täter griffen sie und ihren Mann sofort an und schlugen sie nieder. Burmeister starb später an den Folgen der Verletzungen.

sms/dpa



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