Reaktion auf Fall Floyd Stadtrat von Minneapolis will Polizei ablösen

Nicht mehr reformierbar - zu diesem vernichtenden Urteil über die lokale Polizei kommt der Stadtrat von Minneapolis. Nun soll das Department mittelfristig entmachtet werden. Einfach wird das nicht.
Polizisten während Ausschreitungen in Minneapolis (am 27. Mai): Ein "langer und komplizierter Kampf" steht bevor

Polizisten während Ausschreitungen in Minneapolis (am 27. Mai): Ein "langer und komplizierter Kampf" steht bevor

Foto: ERIC MILLER/ REUTERS

Nach George Floyds Tod will eine Mehrheit des Stadtrats in Minneapolis laut Medienberichten die örtliche Polizei durch eine neue Organisation für öffentliche Sicherheit ablösen. In seiner gegenwärtigen Aufstellung sei das Minneapolis Police Department nicht mehr reformierbar, erklärten neun von zwölf Stadträten nach Angaben des örtlichen Sender KTSP und der "New York Times"  am Sonntagabend (Ortszeit).

Es gebe aber noch keinen genauen Plan für die neue Organisationsform, hieß es weiter. Die Abwicklung der Polizeibehörde dürfte ein "langer und komplizierter Kampf" werden, schrieb die örtliche Zeitung "Star Tribune". 

"Wir haben uns entschieden, die Polizei, wie wir sie kennen, abzulösen. An ihre Stelle sollen Systeme der öffentlichen Sicherheit treten, die uns auch tatsächlich sicherer leben lassen", erklärte die Ratsvorsitzende Lisa Bender. Wie in vielen anderen US-Metropolen auch, werden Polizisten in Minneapolis durch eine mächtige Gewerkschaft vertreten. Deren Chef, Bob Kroll, gilt als Hardliner und Anhänger von Präsident Donald Trump .

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Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hatte sich am Samstag bei einer Demonstration gegen eine Abwicklung der örtlichen Polizei ausgesprochen und stattdessen für Reformen geworben. Er wurde dafür prompt ausgebuht und aufgefordert, den Protest zu verlassen.

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Floyd war am 25. Mai bei einer brutalen Festnahme in der Stadt im Bundesstaat Minnesota gestorben. Ein weißer Polizeibeamter hatte sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden Floyd gedrückt - trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen. Floyd war wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen worden. Seit seinem Tod ist es in Minneapolis und im ganzen Land zu großen Protesten gegen Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung gekommen.

jok/dpa
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