Coldwater - Es sei "wunderbar" und "einer der größten Momente des Lebens", wieder frei zu sein, sagte der 79-Jährige heute nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis von Coldwater im US-Bundesstaat Michigan. Am Straßenrand standen ungefähr ein Dutzend Unterstützer. Sie hielten Schilder in die Höhe, auf denen "Jack, wir sind froh, dass du zurück bist" und "Jack, gut, dass du aus der Zelle bist" stand.
Er war wegen Mordes verurteilt worden, nachdem er einem jungen Mann beim Selbstmord half und ein Video davon dem Fernsehsender CBS schickte. Die Strafverfolgungsbehörden von Michigan kündigten an, genau zu überprüfen, ob sich der als "Dr Death" ("Dr. Tod") bekannte Kevorkian an ihre Auflagen halten werde. Zwei Jahre lang darf er keine selbstmordgefährdeten Menschen beraten.
Kevorkian kündigte an, weiter für eine Legalisierung von Sterbehilfe zu kämpfen. Dabei werde er sich aber keine Gesetzesverstöße leisten, sagte er dem Fernsehsender Fox2. Vor seiner Verurteilung half er nach eigenen Angaben mindestens 130 Menschen mit Gift-Injektionen und tödlichem Gas beim Sterben. In den USA hat bislang nur der Bundesstaat Oregon ein Gesetz zum medizinischen Beistand bei Selbstmord verabschiedet. Seit dem Inkrafttreten 1997 machten davon fast 300 Sterbewillige Gebrauch.