Zuhälterei Staatsanwaltschaft will Einstellung des Verfahrens gegen Strauss-Kahn

Gegen Dominique Strauss-Kahn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen "bandenmäßiger Zuhälterei". Die Staatsanwaltschaft hat nun mitgeteilt, nicht genug belastendes Material gegen den ehemaligen IWF-Chef in der Hand zu haben. Zu einer Anklage könnte es trotzdem kommen.

Dominique Strauss-Kahn: Ermittlungsverfahren wegen "bandenmäßiger Zuhälterei"
AFP

Dominique Strauss-Kahn: Ermittlungsverfahren wegen "bandenmäßiger Zuhälterei"


Paris - In der Affäre um einen Callgirl-Ring hat sich die Staatsanwaltschaft für eine Einstellung des Verfahrens gegen Dominique Strauss-Kahn ausgesprochen. Es liege nicht genug belastendes Material gegen den 64-Jährigen und einen weiteren Beschuldigten vor, teilte die Staatsanwaltschaft der nordfranzösischen Stadt Lille mit. Zwölf weiteren Beschuldigten soll hingegen der Prozess gemacht werden - unter anderem wegen "gemeinschaftlicher Zuhälterei".

Gegen den einstigen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) läuft ein Ermittlungsverfahren wegen "bandenmäßiger Zuhälterei". Dabei geht es um Sexpartys in Paris, Brüssel und Washington mit Prostituierten, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilnahmen. Strauss-Kahn, einst Hoffnungsträger der Sozialisten in Frankreich, bestreitet nicht, an den Sexpartys in Luxushotels in den Jahren 2009 bis 2011 teilgenommen zu haben. Er will aber nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte.

In der Affäre ermitteln Untersuchungsrichter in Lille. Strauss-Kahn wurde auch vorgeworfen, die teils von Unternehmern finanzierten Partys mitorganisiert zu haben. Ob es nun zu einer Anklage gegen ihn kommt, ist offen: Die Untersuchungsrichter müssen der Empfehlung der Staatsanwaltschaft nicht folgen.

wit/AFP

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