Totschlag und gefährliche Körperverletzung Angeklagte bestreiten Vorwürfe wegen Attacke bei Stuttgarter Corona-Demo

Die Beschuldigten sollen einen Protestmarsch von Gegnern der Corona-Auflagen angegriffen und drei Teilnehmer teils schwer verletzt haben. Vor Gericht weisen die Mitglieder der linken Szene die Vorwürfe zurück.
»Querdenken«-Demo am 16. Mai 2020 in Stuttgart

»Querdenken«-Demo am 16. Mai 2020 in Stuttgart

Foto: Christoph Schmidt / picture alliance/dpa

Im Prozess um einen brutalen Angriff am Rande einer Demo von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen in Stuttgart haben die beiden Angeklagten die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Dies erklärten sie über ihre Anwälte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht der Stadt.

Einem der Angeklagten wird versuchter Totschlag vorgeworfen, dem anderen gefährliche Körperverletzung. Sie sollen Mitte Mai 2020 mehrere Demo-Teilnehmer angegriffen haben. Ein zur Tatzeit 20-Jähriger soll eines der drei Opfer heftig gegen den Kopf geschlagen und den Mann dabei lebensgefährlich verletzt haben. Die Angeklagten werden der linken Szene zugerechnet.

Der Prozess hatte eigentlich bereits vor einer Woche starten sollen. Ein Corona-Ausbruch in der Stuttgarter Justizvollzugsanstalt Stammheim hatte diese Pläne allerdings durchkreuzt.

Bei der Demo sollen etwa 20 bis 40 Menschen die aus ihrer Sicht rechten Kontrahenten mit Schlagwerkzeugen angegriffen und verletzt haben. Der damals 54-Jährige, der lebensgefährlich verletzt wurde, gehörte der rechtspopulistischen gewerkschaftsähnlichen Organisation »Zentrum Automobil« an. Die Minigewerkschaft ist seit Längerem im Visier der »Antifaschistischen Aktion« Stuttgart.

Auch seine beiden Mitstreiter erlitten Verletzungen. Sie waren auf dem Weg zu einer Kundgebung des Bündnisses »Querdenken 711« auf dem Cannstatter Wasen. Mehrere Tausend Menschen hatten damals an der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen teilgenommen.

fek/dpa
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