Stuttgart Angriffe auf Journalisten bei »Querdenker«-Demo

Sogenannte Querdenker haben in Stuttgart mehrere Journalisten attackiert. Die ARD brach ein Live-Interview ab.
Demonstration in Stuttgart: »Jetzt werden hier Steine geworfen«

Demonstration in Stuttgart: »Jetzt werden hier Steine geworfen«

Foto: SASCHA STEINBACH / EPA

Die Stimmung gegenüber Journalisten war auf diversen »Querdenker«-Demonstrationen in den vergangenen Wochen aggressiv. Am Samstag haben in Stuttgart nun Protestierende erneut Medienvertreter attackiert. Die ARD stoppte am Nachmittag ein Live-Interview bei »tagesschau24«, weil Demonstranten das Fernsehteam angriffen. »Jetzt werden hier Steine geworfen, ich glaube, wir müssen die Live-Schalte abbrechen«, sagte Stuttgart-Korrespondent Thomas Denzel.

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Zuvor hatte offenbar ein Demo-Teilnehmer einen Journalisten aus Dortmund ins Gesicht geschlagen. Ein entsprechendes Video veröffentlichte der Zeitungsverlag Waiblingen . Der Polizei liegt es nach eigenen Angaben vor. Die Ermittlungen hierzu dauerten an, erklärte die Behörde. Laut SWR gab es vereinzelt weitere Übergriffe auf Journalisten, unter anderem wurde ein ARD-Fernsehteam auf dem Gelände des Cannstatter Wasens bedrängt.

Dem Deutschen Journalistenverband (DJV) zufolge soll ein Journalist verletzt worden sein. »Wieder einmal kennen die selbst ernannten Querdenker keine Hemmungen, Berichterstatter als Ziel ihrer Wut anzugreifen«, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Wütend mache ihn die offensichtliche Untätigkeit der Polizeibeamten, »die nichts für den Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen unternehmen«.

In Stuttgart hatten sich Tausende Menschen bei einer Kundgebung der »Querdenken«-Bewegung auf dem Cannstatter Wasen versammelt, um gegen die Corona-Auflagen zu demonstrieren. Allein für die zentrale Kundgebung in Stuttgart-Bad Cannstatt hatten die Behörden mit 2500 Teilnehmern gerechnet. Diese Zahl wurde bereits am frühen Nachmittag deutlich überschritten, die Stuttgarter Polizei berichtete von mehr als 10.000 Demonstrierenden.

Die »Querdenken«-Bewegung und ihre Mitstreiter sprechen sich gegen die derzeitigen Corona-Maßnahmen aus. Die Bewegung wird vom Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet.

sep/dpa