Unter Ausschluss der Öffentlichkeit Prozess wegen versuchten Totschlags in Stuttgarter Krawallnacht gestartet

Die Ausschreitungen in Stuttgart im vergangenen Sommer dürften die Justiz noch lange beschäftigen. Nun müssen sich in einem der gravierendsten Fälle zwei mutmaßliche Beteiligte vor Gericht verantworten.
Szene nach den Krawallen in Stuttgarts Innenstadt (Archivbild)

Szene nach den Krawallen in Stuttgarts Innenstadt (Archivbild)

Foto: Simon Adomat / dpa

Das Landgericht Stuttgart hat mit der Verhandlung der bisher schwersten Vorwürfe gegen mutmaßliche Teilnehmer der Krawallnacht von Stuttgart begonnen. Zwei Jugendliche, die zur Tatzeit 16 und 19 Jahre alt waren, stehen wegen versuchten Totschlags vor der Jugendkammer.

Den beiden Jugendlichen wird vorgeworfen, während der Krawalle in der Nacht zum 21. Juni gegen den Kopf eines am Boden liegenden Studenten getreten zu haben.

Sie sollen dabei den Tod des Mannes zumindest billigend in Kauf genommen haben. Er soll sich laut Staatsanwaltschaft gegen die Randalierer gestellt haben und sie etwa dazu aufgefordert haben, keine Flaschen mehr zu werfen. Der Student erlitt ein Schädelhirntrauma sowie Prellungen und Schürfwunden.

Anfang November waren die ersten beiden Randalierer der Krawalle wegen besonders schweren Landfriedensbruchs zu zweieinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Die Verteidiger legten in beiden Verfahren Berufung ein.

Insgesamt erwarten die Gerichte bis zu hundert Prozesse wegen der Ausschreitungen. Das Landgericht setzte für das Verfahren wegen versuchten Totschlags acht Verhandlungstage an, die allesamt nicht öffentlich stattfinden. Ein Urteil könnte im März fallen.

fek/dpa/AFP
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