Südafrika Farmer wirft Mann Löwen zum Fraß vor

Weil er seinen Angestellten einem grausamen Tod überlassen hat, muss ein Farmer in Südafrika lebenslänglich hinter Gitter. Der Angeklagte hatte den Mann mit einer Machete angegriffen, geschlagen und ins Löwengehege geworfen. Das Opfer wurde zerfleischt.


Johannesburg - Mark Scott-Crossley hatte das 41-jährige Opfer gemeinsam mit einem Mitarbeiter malträtiert und dann über den Zaun des Geheges geworfen, wo der Mann qualvoll starb. Dem Helfer von Scott-Crossley sprach das Gericht mildernde Umstände zu, er muss für 15 Jahre hinter Gitter.

Der Farmer hatte seinen Angestellten Nelson Chisale im November 2003 entlassen, weil dieser während der Arbeitszeit angeblich privaten Besorgungen nachging. Als Chisale Ende Januar 2004 mehrere persönliche Gegenstände abholen wollte, wurde er attackiert. Die Tat sei so ungeheuerlich, dass sie eine derart harte Strafe verdiene, sagte Richter George Maluleke in Phalaborwa.

Die Zuschauer im Gerichtssaal brachen bei Verkündung des Urteils in Jubel aus. Chisale wurde von seinen Peinigern mit blutenden Wunden zunächst an einen Pfahl gebunden und sechs bis sieben Stunden sich selbst überlassen, wie Zeugen während des Prozesses aussagten. Anschließend brachten ihn der Farmer und einer seiner Angestellten, Simon Mathebula, zum "Mokwalo White Lion Project", wo sie ihn den Tieren zum Fraß vorwarfen.

Mathebula sei von seinem Chef zur Beihilfe gezwungen worden, erklärte der Richter. Zudem habe er die Tat kurz nach seiner Festnahme gestanden. Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten findet erst im November statt. Ein vierter Mann, der ebenfalls in den Mord verwickelt war, sagte als Kronzeuge aus und kam daher nicht vor Gericht. Der Anwalt des 37 Jahre alten Farmers kündigte Berufung an. Sein Mandant hatte am Morgen vor der Verkündung des Urteils noch geheiratet. Nach der Urteilsverkündung wurde er an der Seite seiner Frau aus dem Gerichtssaal geführt.



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