Illegaler Livestream 1600 Hotelgäste in Südkorea heimlich gefilmt

Mit Minikameras im Badezimmer-Föhn oder in einer Steckdosenabdeckung wurden die Opfer in ihren Zimmern ausgespäht: Mehrere Männer sollen in Südkorea Hotelgäste heimlich gefilmt und die Aufnahmen ins Netz gestellt haben.

Suche nach versteckten Kameras in einem südkoreanischen Hotel 2016
AFP

Suche nach versteckten Kameras in einem südkoreanischen Hotel 2016


Die Polizei in Südkorea hat zwei Männer verhaftet, die heimlich 1600 Hotelgäste gefilmt und die Aufnahmen live online gestreamt haben sollen.

Das berichten der britische "Guardian" und der Sender CNN. Die Nachrichtenagentur AP meldete unter Berufung auf die Polizei insgesamt vier Verdächtige.

Die Verdächtigen sollen der Zeitung zufolge zwischen November 2018 und März 2019 in insgesamt 42 Zimmern in 30 Hotels Kameras installiert haben. Laut CNN waren die Kameras mit nur etwa einem Millimeter großen Linsen im Badezimmer-Föhn oder einer Steckdosenabdeckung versteckt.

Täter sollen Tausende Dollar mit den Videos verdient haben

Die Aufnahmen wurden demnach live an zahlende Kunden ins Internet gestreamt. Die Seite habe rund 4000 Nutzer gehabt. Knapp 100 von ihnen hätten zudem etwa 45 Dollar für Extras wie Wiederholungen bezahlt. Insgesamt sollen die Täter mit den Aufnahmen mehr als 6000 Dollar eingenommen haben.

Der Skandal um die heimlichen Videos erschüttert Südkorea nur Tage, nachdem der K-Pop Sänger Seungri nach Vorwürfen der Zuhälterei seine Karriere auf Eis legte. Der 28-Jährige soll auch Teil eines Chats gewesen sein, in dem heimlich gefilmte Sexvideos geteilt wurden.

Die illegale Verbreitung von mit versteckten Kameras aufgenommenen Videos in Südkorea ist ein ernst zu nehmendes soziales Problem. Tausende Frauen hatten sich im vergangenen Jahr mehrmals zu Kundgebungen getroffen - und forderten stärkere staatliche Maßnahmen gegen die Verbreitung solcher Videos.

Demo gegen versteckte Kameras
Getty Images

Demo gegen versteckte Kameras

Die Polizei hat laut Nachrichtenagentur AP keine Hinweise darauf, dass die Hotels wussten, dass ihre Gäste ohne ihr Wissen gefilmt wurden.

apr/AP



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