Klinik in Südkorea Arzt bricht Schwangerschaft bei falscher Frau ab

Weder der Arzt noch die Pflegerin überprüften die Identität der Patientin: In einem Krankenhaus in Seoul ist es bei einer Abtreibung zu einer folgenschweren Verwechslung gekommen. Nun ermittelt die Polizei.


In Südkorea hat ein Arzt bei einer Abtreibung offenbar zwei Frauen verwechselt. Die Polizei ermittelt Medienberichten zufolge gegen den Mediziner, weil er ohne die Zustimmung einer Patientin deren Schwangerschaft beendet habe.

Zu der folgenschweren Verwechslung im Stadtteil Gangseo der Landeshauptstadt Seoul kam es dem Sender CNN zufolge durch mehrere Fehler - unter anderem habe es Probleme bei der Identifizierung der Frau gegeben. Gegen den behandelnden Arzt und eine Pflegerin werde nun ermittelt, teilte die Polizei mit.

"Der Arzt und die Pflegerin haben ihre Versäumnisse eingeräumt", sagte ein Polizist dem Sender. Die beiden müssten sich nun wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Südkoreanischen Medien zufolge waren Patientenakten verwechselt worden.

Die Verwechslung fiel am nächsten Tag auf

Die Pflegerin habe die Frau in Narkose versetzt, ohne noch einmal ihre Identität zu klären, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Auch der Arzt habe die Identität nicht mehr geprüft, bevor er die Abtreibung durchführte. Der Zwischenfall ereignete sich demnach schon Anfang August.

Als die damals schwangere Frau, eine Vietnamesin, die Klinik aufgesucht habe, wurde ihr laut "Korean Herald" gesagt, sie benötige eine Infusion - stattdessen wurde sie betäubt. Als sie wegen Blutungen einen Tag später wieder in das Krankenhaus gekommen sei, habe man ihr gesagt, ihr Fötus sei abgetrieben worden.

In Südkorea sind Schwangerschaftsabbrüche bislang nur in Ausnahmefällen legal, etwa in medizinischen Notlagen oder bei Schwangerschaften infolge von Vergewaltigungen. Frauen, die abtreiben lassen, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Ärzte, die den Eingriff durchführen, können mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.

Das Verfassungsgericht hatte im April das Parlament aufgefordert, das 66 Jahre alte Abtreibungsgesetz bis Ende kommenden Jahres so zu lockern, dass ein Schwangerschaftsabbruch im frühen Stadium möglich wird.

mxw/dpa

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