Südkorea Internetsüchtige Eltern lassen Baby verhungern

Im Internet zogen sie ein virtuelles Baby groß, ihr eigenes jedoch ließen Eltern im südkoreanischen Suweon verhungern. Ein Gericht verurteilte das Paar nun zu Haftstrafen.

Seoul - Ein Bezirksgericht in Suweon südlich der Hauptstadt Seoul verurteilte den 41-jährigen Vater am Freitag zu zwei Jahren Gefängnis, die Haftstrafe für seine sechs Jahre jüngere schwangere Frau wurde vorerst augesetzt. Nach Überzeugung der Richter vernachlässigte das Paar die kleine Tochter, obwohl sie als Frühgeburt besonders viel Pflege brauchte, um stundenlang in Internet-Cafés "Familie" zu spielen. Schrie das Mädchen, wurde es sogar geschlagen. Im März starb das Baby, die Eltern wurden festgenommen.

Der Fall hatte im ganzen Land einen Schock ausgelöst. Nachdem schon vorher mindestens zwei Männer nach tagelangem, weitgehend pausenlosem Spiel am Computer gestorben waren, verschärfte die Regierung im April die Regelungen - unter anderem müssen sich Computerspiele ab September automatisch abschalten, wenn eine bestimmte Spieldauer überschritten wird. Zwei Millionen Menschen in Südkorea sind nach offiziellen Angaben computersüchtig.

jjc/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.