Kriminalfall in Südkorea Polizei steht vor Auflösung von 33 Jahre alter Mordserie

Zwischen 1986 und 1991 wurden in Südkorea zehn Frauen vergewaltigt und ermordet. Nun hat die Polizei mithilfe von DNA-Spuren einen Tatverdächtigen ermittelt. Eine Strafe droht diesem aber nicht.

Ermittler am Tatort im Juli 1993
Yonhjap/ AP

Ermittler am Tatort im Juli 1993


Die Mordserie liegt mehr als 30 Jahre zurück, jetzt könnte sie doch noch aufgeklärt werden: In Südkorea hat die Polizei einen Verdächtigen identifiziert. Wegen der Verjährung der Taten kann er aber nicht mehr belangt werden.

Die neueste Technik zur Isolierung von DNA-Spuren bei lange zurückliegenden Verbrechen habe ergeben, dass ein 56-Jähriger in mindestens drei Fällen verdächtig sei, sagte Ban Gi Soo von der Polizei der Provinz Gyeonggi Nambu vor Journalisten. Zuvor hatte die Zeitung "The Korea Herald" über den Fall berichtet.

Der Verdächtige verbüßt demnach derzeit eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen der Vergewaltigung und Ermordung seiner Schwägerin im Jahr 1994. Eine Verstrickung in die vorherige Mordserie in der ländlichen Umgebung von Hwaseong südlich von Seoul bestreitet er. Proben von einem der Opfer - unter anderem von der Unterwäsche - stimmten jedoch mit der DNA des Gewalttäters überein, hieß es vonseiten der Polizei.

Ban Gi Soo von der Polizei vor Journalisten
Hong Ki-won/ Yonhap/ AP

Ban Gi Soo von der Polizei vor Journalisten

Die Ermittler wiesen darauf hin, dass die Morde rund um Hwaseong bereits verjährt seien, sodass der Verdächtige nicht vor Gericht gestellt werden könne. "Ich bringe mein tiefstes Bedauern gegenüber den Opfern und ihren Familien sowie der koreanischen Öffentlichkeit zum Ausdruck, dass wir lange Zeit nicht in der Lage waren, diesen Fall zu lösen", sagte Ban.

An den Ermittlungen zur Aufklärung der Vergewaltigung und Ermordung von zehn Frauen in den Jahren 1986 bis 1991 hatte sich eine Rekordzahl an Polizeibeamten beteiligt, mehr als 21.000 Menschen wurden überprüft und rund 20.000 Fingerabdrücke abgeglichen. Bei den Opfern handelte es sich um Frauen verschiedenen Alters - von Jugendlichen bis hin zu einer Frau um die 70 Jahre.

Die "Hwaseong-Morde" hatten den südkoreanischen Regisseur Bong Joon Ho zu seinem 2003 erschienenen Kriminalfilm "Memories of Murder" inspiriert.

bam/AFP

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