Südkorea K-Pop-Sänger tritt zurück - Vorwurf der Zuhälterei

Der südkoreanische Sänger Seungri war Teil der erfolgreichen K-Pop-Band Big Bang. Jetzt hat der 28-Jährige mitgeteilt, dass er die Band und die Branche verlässt. Ermittler erheben schwere Vorwürfe gegen ihn.

Sänger Seungri
AP

Sänger Seungri


Er gehört zu den bekanntesten Künstlern des K-Pop, nun beendet er seine Karriere: Der südkoreanische Sänger Seungri hat seinen Rücktritt vom Musikbusiness bekanntgegeben. Der Grund: Gegen den 28-Jährigen laufen Ermittlungen wegen Zuhälterei.

Seungri, der mit bürgerlichem Namen Lee Seung-hyun heißt, werde vorgeworfen, Prostituierte an Geschäftspartner vermittelt zu haben, berichten mehrere Medien, unter anderem die BBC. Der Sänger bestreitet die Vorwürfe. Trotzdem verlässt er seine Band Big Bang, die zu den erfolgreichsten in der K-Pop-Branche zählt.

"Ich habe mich dazu entschlossen, mich zurückzuziehen, weil die Debatte so groß geworden ist", teilte der 28-Jährige auf seinem Instagram-Account mit. Zudem entschuldigte er sich bei seinen Fans und versprach, die Ermittlungen zu unterstützen.

Seungri war nicht nur Mitglied von Big Bang, sondern arbeitete zudem als Manager eines Nachtklubs in Seoul. Bereits seit mehreren Wochen ermittelt die Polizei im Umfeld des Klubs. Dabei geht es um Drogenhandel und sexuelle Übergriffe.

Lokale Medien bringen den 28-Jährigen auch mit sogenannter Sexbestechung in Verbindung. Sie berichten, dass er potenziellen Investoren, die sich für sein Unternehmen Yuri Holdings interessierten, sexuelle Dienstleistungen angeboten haben soll. Über einen Messengerdienst soll er die Prostituierten vermittelt haben.

Ermittlungen wegen heimlich gefilmter Videos

Darüber hinaus soll er Teil eines Chats gewesen sein, in dem heimlich gefilmte Sexvideos geteilt wurden. Die Szenen sollen von Jung Joon-young, ebenfalls K-Pop-Sänger, aufgenommen worden sein. Laut dem südkoreanischen Sender SBS sind darauf zehn Frauen zu sehen. Auch Jung ließ über seine Agentur mitteilen, dass er die Ermittlungen unterstützen wolle.

Nach den Ermittlungen sei er Kritik und Hass ausgesetzt gewesen, schrieb Seungri auf Instagram. Man habe ihn als "Landesverräter" gebrandmarkt. Seinen Rücktritt begründete er auch damit, dass er anderen mit seiner Situation nicht schaden wolle.

Prostitution ist in Südkorea illegal. Laut dem "Independent" droht dem Sänger aufgrund der Vorwürfe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

sen

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.