Tadschikistan Islamische Fanatiker töten "Väterchen Frost"

Verkleidet als "Väterchen Frost" wollte er seinen Verwandten zum neuen Jahr gratulieren: In Tadschikistan haben radikale Islamisten einen jungen Mann ermordet - weil er kein Muslim war.


Duschanbe - Aus religiösem Hass haben drei islamische Fanatiker in der früheren Sowjetrepublik Tadschikistan einen Mann getötet. Parviz Davlatbekovwar als "Väterchen Frost" verkleidet, er starb im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

Der 24-Jährige sei kein Muslim, hätten die Angreifer geschrien und mehrmals mit einem Messer auf Davlatbekov eingestochen. Das berichteten tadschikische Medien aus der Hauptstadt Duschanbe. "Nach Aussagen von Zeugen haben die Täter 'Du Ungläubiger' gerufen", sagte ein Sprecher.

In Russland bringt "Väterchen Frost" die Geschenke in der Nacht zum ersten Januar. Radikale Islamisten in dem zentralasiatischen Land hatten ihre Landsleute aufgefordert, das orthodoxe Weihnachtsfest nicht zu feiern. Der getötete junge Mann wollte in dem Kostüm seinen Verwandten zum neuen Jahr gratulieren.

Tadschikistan ist offiziell ein säkularer Staat, obwohl die große Mehrheit der 7,7 Millionen Einwohner Moslems sind. Die Behörden haben in den vergangenen Jahren die Religionsfreiheit oft beschnitten und dutzende von Islamisten verhaften lassen.

Staatspräsident Imomali Rakhmon hatte die Studenten ausländischer Religionsschulen zur Rückkehr in ihre Heimat aufgefordert. Überdies hatte er seine Sicherheitskräfte angewiesen, die Lage in den Moscheen des Landes im Auge zu behalten.

jbr/dpa



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