Tagebücher von Josef Mengele 245.000 Dollar für den "Todesengel"

Unter den Tätern des Nationalsozialismus gilt der KZ-Arzt Josef Mengele als einer der Brutalsten. In den USA versteigerte ein Auktionshaus nun seine Tagebücher. Mengeles Gedanken waren einem anonymen Bieter ein kleines Vermögen wert.

Tagebücher des KZ-Arztes Josef Mengele: Gedichte in blauer Schrift
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Tagebücher des KZ-Arztes Josef Mengele: Gedichte in blauer Schrift


Stamford/Connecticut - Fast eine Viertelmillion Dollar für die Gedanken eines der schlimmsten Verbrecher des Nationalsozialismus: Im nördlich von New York gelegenen Stamford hat ein anonymer Bieter die Tagebücher des KZ-Arztes Josef Mengele für 245.000 Dollar (gut 170.000 Euro) ersteigert. Das teilte ein Sprecher des Auktionshauses "Alexander Autographs" mit. Die Summe liegt deutlich unter den Erwartungen, aufgerufen waren bis zu 400.000 Dollar.

Wie das Auktionshaus mitteilte, geht es um insgesamt fast 3500 Seiten mit autobiografischen Aufzeichnungen, philosophischen Betrachtungen und Gedichten aus den Jahren 1960 bis 1975. Mengele soll stets mit blauer Tinte in Schulhefte und Ringbücher geschrieben haben. Zur Echtheit der Aufzeichnung machte das Auktionshaus keine Angaben.

In den Tagebüchern spricht Mengele von sich nur in der dritten Person und unter dem Tarnnamen "Andreas". Die Dokumente wurden 1985 von der brasilianischen Polizei im Haus eines deutschen Ehepaars in São Paulo entdeckt, bei dem Mengele gewohnt hatte, und gingen dann zunächst an seinen Sohn.

Der Mengele-Biograf Ulrich Völklein verurteilte die Auktion in einem Interview mit dem MDR. "Dass Bieter bereit sein könnten, für einen solchen Menschen derartige Summen rauszuwerfen, stellt eine ganz eigene Geschmacklosigkeit dar", sagte er.

Mengele war nach dem Zweiten Weltkrieg nach Lateinamerika geflohen, wo er 1979 im Alter von 67 Jahren bei einem Badeunfall in Brasilien starb. Trotz einer internationalen Fahndung war es nie gelungen, ihn zu fassen. Seine Leiche wurde erst 1985 identifiziert.

jbr/dpa



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