Taten in Deutschland verübt 67 Telefonbetrüger in der Türkei verurteilt

Sie sollen sich als Polizeibeamte ausgegeben und in Deutschland insgesamt 900.000 Euro erbeutet haben: In der Türkei wurden Dutzende Telefonbetrüger schuldig gesprochen. Nun sollen ihre Opfer entschädigt werden.
Telefonbetrug (Symbolbild)

Telefonbetrug (Symbolbild)

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Aus einem türkischen Callcenter heraus sollen sie sich mit der Masche »falsche Polizeibeamte« in fünf deutschen Bundesländern rund 900.000 Euro erbeutet haben: Die türkische Justiz hat mithilfe von Ermittlern aus Heilbronn eine Bande von 67 Telefonbetrügern verurteilt.

Die Gruppierung soll für 16 vollendete und versuchte Taten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen verantwortlich sein, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Heilbronn mitteilten. 

Auf Grundlage der Ermittlungen verurteilte das Landgericht im türkischen Izmir die 67 Beschuldigten bereits Ende September zu insgesamt 1128 Jahren, 6 Monaten und 28 Tagen Haft. Zudem verhängte es Geldstrafen in Höhe von umgerechnet 25 Millionen Euro. Polizei und Staatsanwaltschaft in Heilbronn hatten dazu bereits 2018 eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Bei Durchsuchungen in der Türkei nahm die dortige Polizei unter anderem den Haupttäter des Betrugs fest und stellte Geld, Gold, Fahrzeuge und Immobilien im Wert von rund 105 Millionen Euro fest. Damit sollen die vor allem älteren deutschen Opfer der Betrüger entschädigt werden. Wer Opfer eines Telefonbetruges wurde, könne sich an die Polizei wenden, sagte ein Sprecher. Die Ermittler prüften dann, ob es sich in diesen Fällen um die Täter aus der Türkei handele.

kha/dpa

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