218 Millionen Dollar für die Opfer US-Gericht verurteilt Palästinenser zu Schadensersatz für Terroranschläge

Bei palästinensischen Terrorangriffen in Jerusalem starben Dutzende, Hunderte wurden verletzt. PLO und Autonomiebehörde müssen nun Opfer und Hinterbliebene entschädigen. Ein US-Gericht sprach ihnen 218 Millionen Dollar zu.


New York - Mehrere Anschläge erschütterten vor mehr als zehn Jahren die israelische Hauptstadt Jerusalem. Dafür müssen die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO und die Palästinensische Autonomiebehörde nun Opfer und deren Familien entschädigen. Eine US-Jury in New York City sprach den Betroffenen 218 Millionen Dollar zu. Die PLO und die Autonomiebehörde hätten die Terroristen mit Material unterstützt, hieß es in der Begründung.

Vor dem Bundesgericht ging es um sechs Anschläge, die Mitglieder der al-Aksa-Märtyrer-Brigaden und der Hamas Hamas verübt hatten. Zwischen 2002 und 2004 waren bei den Schießereien und Bombenexplosionen insgesamt 33 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Nach eintägigen Beratungen befanden die Geschworenen die Angeklagten in 25 Punkten im Zusammenhang mit den insgesamt sechs Anschlägen für schuldig. Einige der Attentäter hatten offenbar auf den Gehaltslisten der Palästinenserbehörde beziehungsweise der PLO gestanden.

Geklagt hatten zehn US-amerikanische Familien. Sie hatten ursprünglich mehr als 350 Millionen Dollar Entschädigung gefordert. "Nun wissen die PLO und die Autonomiebehörde, dass es teuer ist, Terroristen zu unterstützen", sagte ein Anwalt der Opfer nach dem Prozess.

Die Autonomiebehörde kündigte umgehend an, das Urteil anzufechten. Bereits vor einer Woche hatten Anwälte der Behörde erklärt, diese könne für die "verrückten und furchtbaren" Anschläge nicht verantwortlich gemacht werden. Die Attentäter hätten auf eigene Faust gehandelt.

brk/Reuters/AFP



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