Terroralarm Bank von England sperrt Konten von 19 Verdächtigen

Die Ermittlungen zu den vereitelten Anschlägen auf Transatlantikflüge laufen auf Hochtouren. Fahnder stellten ein Tonband sicher, auf dem ein mutmaßlicher Attentäter vom Märtyrertod spricht. Die Bank von England hat eine Liste mit den Namen von 19 Festgenommenen veröffentlicht, deren Konten sie gesperrt hat.


London – Wie am Morgen bekannt wurde, fror die Bank die Konten von 19 Kunden ein, die gestern im Zusammenhang mit den vereitelten Anschlägen auf Passagierflugzeuge in Großbritannien festgenommen wurden.

Hausdurchsuchung in Buckinghamshire, wo zwei der festgenommenen Terrorverdächtigen wohnten
REUTERS

Hausdurchsuchung in Buckinghamshire, wo zwei der festgenommenen Terrorverdächtigen wohnten

„Auf Anraten der Polizei und der Sicherheitsdienste haben die Finanzbehörden die Bank von England angewiesen, das Einfrieren von Konten mehrerer Personen zu veranlassen, die beim gestrigen Einsatz verhaftet wurden“, teilte ein Sprecher des Finanzministeriums mit.

Bei der Mehrzahl der Namen auf der von der Bank herausgegebenen Liste handle es sich um Londoner Einwohner, darunter seien viele Personen mit muslimischem Namen, hieß es. Die älteste Person auf der Liste ist 35, die jüngste 17 Jahre. Scotland Yard hat sich zu der Namensliste bisher nicht geäußert.

Britischen Zeitungsberichten zufolge sind unter den Festgenommenen zwei Briten, die erst vor kurzer Zeit zum Islam übergetreten sind. Dabei handle es sich um zwei Männer aus britischen Mittelklasse-Familien. Die beiden sollen 21 und 25 Jahre alt sein. Der Großteil der Verdächtigen soll dagegen aus pakistanischen Einwandererfamilien stammen, die bereits seit langem in Großbritannien leben.

Schon gestern hatte der Fernsehsender ABC die Identitäten dreier inhaftierter Hauptverdächtiger veröffentlicht. Zwei von ihnen sollen kürzlich nach Pakistan gereist sein.

Die britischen Ermittler nahmen bislang 24 Verdächtige fest. Sie sollen eine Serie von Terroranschlägen auf Flugzeuge und damit einen "Massenmord von unvorstellbarem Ausmaß" geplant haben.

Aus Sicherheitskreisen in den USA verlautete, dass die Terroristen in Getränkeflaschen versteckten flüssigen Sprengstoff im Handgepäck an Bord von mehreren Flugzeugen mit Ziel USA schmuggeln und ihn dort zünden wollten. Im oberen Teil der Flasche sollte sich das Getränk befinden, im unteren der gefährliche Sprengstoff. Besonders perfide: Das Peroxid sollte rot eingefärbt sein, damit es von außen nicht von dem harmlosen Getränk zu unterscheiden gewesen wäre. Gezündet werden sollte das explosive Gemisch mit Hilfe von Einweg-Kameras, MP3-Playern oder Mobiltelefonen.

Für jedes Flugzeug, das als Anschlagsziel ausgewählt werden sollte, seien Teams von zwei bis drei Attentätern vorgesehen gewesen, hieß es weiter. Bei weiteren Razzien in Großbritannien sei mindestens eine Tonbandaufnahme gefunden worden, auf der einer der mutmaßlichen Attentäter von einem möglichen Märtyrertod spreche.

Unterdessen warnte die US-Botschaft in Indien vor Anschlägen in der Hauptstadt Neu-Delhi und in Bombay. In einer E-Mail an in Indien lebende Amerikaner teilte die Botschaft mit, die Anschläge seien vermutlich um den indischen Unabhängigkeitstag geplant, der am 15. August gefeiert wird.

asc/aki/AP/dpa

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