Verhandlung in Magdeburg Prozess gegen Halle-Attentäter soll im Juli beginnen

Ein Rechtsextremist tötete am jüdischen Feiertag Jom Kippur zwei Menschen in Halle an der Saale und versuchte, in eine Synagoge einzudringen. Die Verhandlung des Falls wird wohl Monate dauern.
Einschussloch in der Fensterscheibe eines Döner-Imbisses in Halle

Einschussloch in der Fensterscheibe eines Döner-Imbisses in Halle

Foto: Axel Schmidt/ AFP

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter von Halle an der Saale soll am 21. Juli vor dem Oberlandesgericht (OLG) von Sachsen-Anhalt in Naumburg beginnen. Über die Frage der Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Rechtsextremisten werde der zuständige Strafsenat voraussichtlich im Juni entscheiden, teilte das OLG mit. Für den Fall der Eröffnung wurden für die Hauptverhandlung 18 Termine bis zum 14. Oktober festgelegt. Der Prozess soll in Magdeburg stattfinden.

Die Bundesanwaltschaft hatte im April Anklage gegen den mutmaßlichen Täter Stephan Balliet unter anderem wegen zweifachen Mordes erhoben. Der 28-Jährige soll am 9. Oktober während der Feierlichkeiten zum jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht haben, bewaffnet in die Synagoge von Halle einzudringen und dort versammelte Menschen zu töten.

Nachdem ihm dies nicht gelang, erschoss er den Ermittlungen zufolge auf offener Straße eine Frau, drang in einen Döner-Imbiss ein und tötete dort einen Mann. Auf seiner Flucht verletzte er zwei weitere Menschen schwer. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann aus antisemitischen und rassistischen Motiven handelte.

lmd/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.