Terrorplot von London Justiz klagt elf Verdächtige an

Es sollte ein Massenmord über den Wolken werden - die geplanten Anschläge auf Passagierflüge in die USA. Nun hat die britische Justiz gegen elf der 23 Verdächtigen Anklage erhoben.


London - Acht von ihnen wird Verschwörung zum Mord und die Vorbereitung von Terrorakten vorgeworfen. Drei weitere sollen wegen anderer Straftaten im Rahmen des Anti-Terror-Gesetzes angeklagt werden.

Chefermittler Clarke: "Die Ermittlungen sind noch lange nicht zu Ende"
AP

Chefermittler Clarke: "Die Ermittlungen sind noch lange nicht zu Ende"

So werde einem 17-Jährigen der Besitz von Gegenständen vorgeworfen, die Terroristen nutzen könnten. Worum es sich dabei genau handelt, ist nicht bekannt. Zwei weitere Personen müssten sich vor Gericht verantworten, weil sie die Verschwörung nicht angezeigt hätten.

Elf weitere Verdächtige bleiben noch in Untersuchungshaft, eine Frau wurde auf freien Fuß gesetzt. Möglicherweise seien in den kommenden Tagen weitere Anklagen zu erwarten, teilte Innenminister John Reid mit. Und auch der Chef der Anti-Teror-Einheit von Scotland Yard, Peter Clarke, sagte: "Die Ermittlungen sind noch lange nicht zu Ende. Ihr Ausmaß ist enorm."

Den Angaben zufolge hatten die mutmaßlichen Attentäter geplant, mit Hilfe von flüssigem Sprengstoff mehrere Passagierflugzeuge über den Atlantik in die Luft zu sprengen.

Nach mehrmonatigen verdeckten Ermittlungen nahm die britische Polizei vor knapp zwei Wochen die Verdächtigen fest. Seitdem seien rund 400 Computer und 200 Handys beschlagnahmt worden, so der Fahnder. Zudem hätten die Ermittler bei Durchsuchungen elektronisches Material und Chemikalien gefunden, mit denen Sprengsätze gebaut werden könnten. "Es sind Chemikalien, darunter Wasserstoffperoxid, elektrische Bauteile, Dokumente und andere Gegenstände", sagte Clarke. Auch einige Märtyrer-Videos seien entdeckt worden.

Die meisten der Verdächtigen sind Briten pakistanischer Abstammung. In Pakistan wurden Behördenangaben zufolge sieben weitere Personen im Zusammenhang mit den Anschlagsplänen, darunter auch der Brite Rashid Rauf, festgenommen. Er wird dort derzeit zu seiner Rolle in dem Terror-Plot verhört.

Raufs Bruder Tayib befindet sich unter den 23 in London inhaftierten Verdächtigen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde gegen ihn bislang aber noch keine Anklage erhoben.

aki/reuters/dpa/AFP/AP



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