Terrorverdacht Bundesanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen "Druiden"-Gruppe ein

Die Gruppe um den selbst ernannten "Druiden" ist nach Ansicht der Bundesanwaltschaft keine rechtsextreme Terrorzelle. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Verdächtigen Anschläge planten.
Polizisten beim Einsatz im "Reichsbürger"-Milieu in Berlin (Januar 2017)

Polizisten beim Einsatz im "Reichsbürger"-Milieu in Berlin (Januar 2017)

Foto: Paul Zinken/ dpa

Bei den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen eine Gruppe rund um einen Mann, der sich als keltischer "Druide" bezeichnet, hat sich der Verdacht der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung nicht erhärtet. Es habe sich zwar die rechtsextremistische Weltanschauung der Beschuldigten bestätigt, aber die Ermittlungen hätten keine "hinreichenden Belege für eine organisatorische und strukturelle Verbundenheit" geliefert, teilte die Karlsruher Behörde mit.

Im Januar waren bei Razzien in mehreren Bundesländern die Wohnungen von sechs Beschuldigten wegen des Verdachts durchsucht worden. Zwei Verdächtige wurden festgenommen. Es bestand der Verdacht, dass die Gruppe Angriffe auf Polizisten, Asylbewerber und Juden plante. Auch Bezüge zur sogenannten Reichsbürgerbewegung wurden geprüft.

"Verquere Vorstellungswelt"

Die Ermittlungen ergaben nun laut Bundesanwaltschaft keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschuldigten mit den damals beschlagnahmten Waffen Anschläge planten. Im Fall des festgenommenen Karl Burghard B., der sich entsprechend äußerte, sei vielmehr davon auszugehen, dass er in einer "verqueren Vorstellungswelt" gelebt habe.

Der Mann befürchtete den Ermittlungen zufolge unter anderem "innerstaatliche Unruhen bis hin zum Ausbruch des dritten Weltkriegs". Er habe deshalb gemeinsam mit den übrigen Beschuldigten und weiteren Gleichgesinnten an einem "sicheren Rückzugsort in einer Art Wohngemeinschaft autark" leben wollen. Die Waffen und die Munition seien für den von ihm vermuteten "Krisenfall" beschafft worden.

Die Ermittlungen gegen ihn und weitere Beschuldigte wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz werden von den örtlich zuständigen Staatsanwaltschaft fortgeführt. B. befindet sich laut Bundesanwaltschaft weiterhin in Haft. Der Haftbefehl gegen den im Januar ebenfalls festgenommenen Thiemo B. wurde demnach im März außer Vollzug gesetzt.

asa/AFP/dpa