Texas Mann am Strick abgeführt - Büro des Sheriffs prüft Verhalten der Beamten

Zwei Polizisten, die einem schwarzen Verdächtigen eine Leine angelegt hatten, müssen nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Es wird jedoch geprüft, ob sie Dienstvorschriften verletzt haben.

Polizeieinsatz in Galveston, Texas: Dieses Bild löste heftige Kritik aus
Erin Toberman/ AP/ DPA

Polizeieinsatz in Galveston, Texas: Dieses Bild löste heftige Kritik aus


Das Büro des Sheriffs im texanischen Galveston untersucht weiterhin den Fall von zwei berittenen Polizisten, die einen schwarzen Verdächtigen am Strick abgeführt hatten. Es werde untersucht, ob dabei Dienstvorschriften verletzt worden seien.

Galvestons Sheriff Henry Trochesset sagte, die Untersuchung befinde sich noch am Anfang. Es gebe keinen Zeitplan, in dem sie fertig gestellt werden müsse.

Am Freitag hatte die Strafverfolgungsbehörde Texas Rangers bekannt gegeben, dass die Polizisten nicht mit strafrechtlichen Ermittlungen rechnen müssen, wie unter anderem die Tageszeitung "Houston Chronicle" und der Sender CBS Newsberichteten. Das Verhalten der Männer habe nicht gegen das Gesetz verstoßen.

Melissa Morris, die Anwältin des festgenommenen Donald Neely, sagte dem "Houston Chronicle", sie sei nicht überrascht über die Entscheidung. Das Verhalten der beiden Polizisten halte sie dennoch für unethisch.

Überprüfung der Richtlinien und Praktiken der örtlichen Polizei

Die Texas Rangers waren beauftragt worden, eine strafrechtliche Untersuchung der Festnahme durchzuführen. Das Büro des Sheriffs von Galveston soll hingegen eine vollständige administrative Überprüfung des Falls bezüglich der Richtlinien und Praktiken der örtlichen Polizei vornehmen.

Am 3. August hatte die Polizei den 43-Jährigen Neely wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch festgenommen. Die Polizisten legten ihm daraufhin Handschellen an, banden einen Strick daran und führten ihn ab.

Ein Bild des Polizeieinsatzes wurde verbreitet und erregte Empörung. Das Vorgehen wurde als rassistisch und als makaberes Echo der früheren Sklaverei in den USA kritisiert. (Lesen Sie hier einen Kommentar zu dem Fall). "Es ist eine Szene, die Ärger, Ekel und Fragen der Öffentlichkeit ausgelöst hat", schrieb die demokratische Politikerin Adrienne Bell auf Twitter. Der örtliche Polizeichef Vernon Hale teilte mit, dass die Polizei den Verdächtigen wegen der unnötigen Demütigung um Entschuldigung bitte.

bbr/AP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.