Drei Verwandte umgebracht Mörder in Texas hingerichtet

1989 tötete Billie Wayne Coble in Texas die Eltern und den Bruder seiner Ehefrau. Dafür ist der 70-Jährige nun hingerichtet worden.

Billie Wayne Coble (undatierte Aufnahme)
Texas Department of Criminal Justice/ AP

Billie Wayne Coble (undatierte Aufnahme)


Im texanischen Huntsville ist ein Dreifachmörder hingerichtet worden. Billie Wayne Coble wurde eine Giftspritze verabreicht. Um 18.24 Uhr Ortszeit wurde er am Donnerstag für tot erklärt. Coble hatte 1989 den Bruder seiner Ehefrau sowie deren Eltern ermordet. Der 70-Jährige war der älteste Häftling, der in Texas seit 1982 hingerichtet wurde. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: "Das macht dann fünf Dollar. Macht's gut."

Cobles Sohn, ein Freund und seine Schwiegertochter waren bei der Hinrichtung anwesend. Nach Angaben der Behörden wurden sie gegenüber den anderen Zeugen ausfällig und gewalttätig. Die beiden Männer wurden in Handschellen abgeführt.

Es war die dritte Hinrichtung in den USA in diesem Jahr, die zweite in Texas. In dem Bundesstaat wurden mit Abstand am meisten Menschen hingerichtet, seit der Oberste Gerichtshof der USA 1976 die Todesstrafe wieder einsetzte.

1989 wollte sich Cobles Frau von ihm scheiden lassen. Er entführte sie, wurde festgenommen und kam gegen Kaution frei. Neun Tage später, im August des Jahres, fuhr er zu den Häusern seiner Schwiegereltern und seines Schwagers, überfiel und erschoss sie. Danach entführte er seine Frau, fuhr mit ihr los und stach im Auto auf sie ein. Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Als Coble mit seinem Wagen in ein geparktes Auto fuhr, wurde er festgenommen. Seine Frau überlebte.

Hinrichtungen seit 1976

1990 wurde Coble wegen dreifachen Mordes schuldig gesprochen. Ein Berufungsgericht ordnete 2007 an, das Strafmaß müsse in einem neuen Prozess geklärt werden. 2008 verhängte eine Jury die Todesstrafe. Ein Staatsanwalt hatte einst gesagt, Coble habe ein "Herz voller Skorpione" und zeige keinerlei Reue.

Bis zuletzt hatten Cobles Anwälte versucht, die Hinrichtung zu verhindern. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte einen letzten Antrag auf Aufschub ab. Die Verteidiger argumentierten, Coble sei in seinem Mordprozess schlecht verteidigt worden.

So habe es die Verteidigung damals versäumt, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren und stattdessen einfach Cobles Schuld eingestanden. Coble leide wegen seiner Zeit im Vietnamkrieg unter posttraumatischem Stresssyndrom - das sei aber nicht thematisiert worden.

Video: Todesstrafe in den USA

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"Niemand rechnete damit, dass die Verteidiger damals auf so klägliche Weise vorgehen würden", sagte der aktuelle Anwalt des Mannes, A. Richard Ellis. "Das machte die Staatsanwaltschaft, die Medien und vor allem den Angeklagten selbst fassungslos."

Die Behörden entgegneten, Coble hatte damals dem Richter gesagt, er sei mit seiner Verteidigung zufrieden.

ulz/Reuters/AP



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