Schießerei in Waco Rockerkrieg in Texas - mehrere Tote

Ein Rockerkrieg im texanischen Waco ist blutig eskaliert. Bei einer Schießerei auf dem Parkplatz eines Restaurants sind neun Menschen getötet worden, 18 weitere wurden verletzt.


Bei Kämpfen zwischen Mitgliedern mehrerer rivalisierender Rockergruppen sind in Waco im US-Bundesstaat Texas neun Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden. Laut US-Medienberichten war am Sonntagmittag offenbar ein schon länger andauernder Streit zwischen den Rockergruppen eskaliert - in einem Restaurant im Einkaufszentrum Central Texas Market.

Auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums sei es schließlich zu der blutigen Auseinandersetzung gekommen, berichtete NBC News unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Dem örtlichen Fernsehsender KWTX zufolge waren laut Polizei Mitglieder von mindestens fünf Biker-Gangs beteiligt. Alle Toten und Verletzten seien Mitglieder der Rockergruppen.

Offenbar hatte die Polizei ein Treffen der Gangs beobachtet, als die Situation eskalierte. Die Bandenmitglieder seien auf dem Parkplatz zunächst mit Messern, Baseballschlägern und Schlagstöcken aufeinander losgegangen, bevor sie zu Schusswaffen gegriffen hätten, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden. Polizisten hätten im Laufe der Auseinandersetzung auf einige Biker geschossen. Mehr als hundert Waffen seien sichergestellt worden.

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USA: Rockerkrieg in Waco
Bis zu 200 Rocker am Tatort

Der unmittelbare Auslöser der Auseinandersetzung ist noch unklar. Nach Angaben der Zeitung "Waco-Tribune" starteten die Kämpfe in einem Toilettenraum des Restaurants und griffen dann auf die Bar und den Parkplatz über. Zumindest zwei der Gangs hatten demnach in dem Restaurant versucht, neue Mitglieder zu rekrutieren.

Auf ihrer Facebook-Seite rief die Polizei die Bürger dazu auf, aus Sicherheitsgründen den gesamten Bereich um den Central Texas Marketplace zu verlassen und zu meiden. Die Polizei nehme weiterhin Verdächtige fest, die mit Waffen dorthin kämen.

Insgesamt waren laut einem Polizeisprecher bis zu 200 Rocker am Tatort. Dutzende von ihnen seien festgenommen worden. "Glücklicherweise wurden keine unbeteiligten Zivilisten getötet oder verletzt", sagte der Sprecher.

Ein Augenzeuge gab an, er sei mit seiner Familie nach dem Mittagessen in einem gegenüberliegenden Restaurant auf dem Weg zu seinem Auto gewesen, als er Schüsse gehört habe. Verletzte seien vom Parkplatz getragen worden. Sie selbst hätten vor ihrem Wagen am Boden gekauert, "das war der einzige Schutz, den wir hatten".

brk/wal/syd/Reuters/AP/dpa

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