Todesstrafe in den USA Texas richtet verurteilten Mörder hin

John William King ermordete 1998 den Afro-Amerikaner James Byrd. Nun wurde der 44-Jährige in Texas hingerichtet. Er war Mitglied einer rassistischen Gruppe, die dem Ku-Klux-Klan nahesteht.

John William King (Archivbild von Dezember 2017)
Texas Department of Criminal Justice/ AFP

John William King (Archivbild von Dezember 2017)


Der US-Bundesstaat Texas hat ein Todesurteil gegen einen verurteilten Mörder vollstreckt. Der 44 Jahre alte John William King starb, nachdem ihm eine Giftspritze verabreicht worden war.

Es ist die vierte Hinrichtung in den USA in diesem Jahr, drei davon vollstreckte Texas. Kein anderer Bundesstaat setzte die Todesstrafe seit deren Wiedereinführung im Jahr 1976 häufiger um.

King war 1999 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Der 44-Jährige hatte 1998 mit zwei Komplizen den Anhalter James Byrd entführt, einen schwarzen Mann. Sie schlugen ihn und banden ihn an ihren Pick-up. Dann fuhren sie los und schleiften ihn fünf Kilometer mit.

Ein Pathologe sagte während des Prozesses aus, Byrd habe extreme Schmerzen erlitten und sei gestorben, als er gegen ein Betonrohr geschleudert wurde. Der Leichnam wurde vor einer Kirche einer afroamerikanischen Gemeinde in der texanischen Kleinstadt Jasper gefunden.

Hinrichtungen seit 1976

Der nun hingerichtete King gehörte den "Confederate Knights of America" an - einer rassistischen Gruppierung, die dem Ku-Klux-Klan nahesteht. Das Verbrechen erschütterte die USA, bei vielen Amerikanern rief es Erinnerungen an Lynchjustiz wach. Zehn Jahre nach dem Mord nahm der damalige US-Präsident Barack Obama den Fall zum Anlass für ein strengeres Gesetz gegen Hassverbrechen, das Byrds Namen trägt.

Kings Anwälte hatten versucht, den Prozess neu aufzurollen und die Hinrichtung zu verschieben - vergeblich. Einer von Kings Mittätern war bereits 2011 hingerichtet worden, ein zweiter sitzt eine lebenslange Gefängnisstrafe ab.

jpz/AFP/Reuters



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