Inzwischen 53 Todesopfer Tote Migranten in Lkw – Fahrer gab sich als Überlebender aus

Nachdem in einem Lastwagen in Texas Dutzende tote Migranten entdeckt worden waren, gab sich der Fahrer des Wagens offenbar selbst als Opfer aus – wurde aber inzwischen festgenommen. Die Zahl der Toten steigt auf 53.
Fundort des Lkw-Anhängers am Rande von San Antonio

Fundort des Lkw-Anhängers am Rande von San Antonio

Foto: Eric Gay / dpa

In der Tragödie um tote Migranten im US-Bundesstaat Texas liegen neue Erkenntnisse vor. So soll sich der Fahrer zunächst als Überlebender ausgegeben haben. Dies teilte der Chef der mexikanischen Migrationsbehörde, Francisco Garduño, am Mittwoch in Mexiko-Stadt mit. Inzwischen sei der Fahrer aber identifiziert.

Nach Angaben der örtlichen Polizei hatte ein Arbeiter die Leichen am Montagabend entdeckt, nachdem er einen Hilferuf aus dem Anhänger gehört hatte. Mindestens 16 Überlebende seien dehydriert und mit Hitzeerschöpfung in ein Krankenhaus gebracht worden.

Nummernschild und Logos gefälscht

Der Lastwagen, in dem die Menschen später gefunden wurden, hatte am Montag nach mexikanischen Behördenangaben zwei Kontrollpunkte der Grenzschutzbehörde CBP passiert. Die Nummernschilder des Lastwagens ebenso wie die Logos einer texanischen Firma seien gefälscht gewesen.

Der Fahrer ebenso wie zwei weitere Verdächtige aus Mexiko sind festgenommen worden. Die Außenminister Mexikos und Guatemalas kündigten an, ihre Länder würden sich an den Ermittlungen beteiligen.

DER SPIEGEL

Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 53 gestiegen, nachdem weitere Menschen im Krankenhaus verstarben. Das gab der Gouverneur des US-Bundesstaats, Greg Abbott, am Mittwoch bekannt. Der Republikaner sprach vom »tödlichsten Fall von Migrantenschmuggel auf amerikanischem Boden«.

Rund die Hälfte der Opfer stammt aus Mexiko, andere aus Honduras, Guatemala und El Salvador.

Abbott machte den demokratischen Präsidenten Joe Biden verantwortlich. Biden müsse klar machen, dass niemand illegal ins Land kommen könne, damit Migranten sich erst gar nicht auf den Weg machten. Außerdem müsse die US-Grenzschutzbehörde vernünftig ausgestattet werden. Der Lkw sei nicht untersucht worden, weil es nicht genug Ressourcen gebe, alle Laster zu prüfen.

In dem Anhänger, der bei Hitze um die 40 Grad am Rande von San Antonio abgestellt war, gab es laut Feuerwehr der texanischen Großstadt offenbar weder eine funktionierende Klimaanlage noch Wasser. Die Opfer waren mutmaßlich in die USA geschleust worden, San Antonio liegt nur etwa 250 Kilometer von der mexikanischen Grenze entfernt.

kfr/dpa/Reuters
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