Thailand Bombe in Bangkok - mindestens zwölf Tote, viele Verletzte

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat sich eine Explosion ereignet. Die Polizei geht von einem Bombenanschlag aus. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt, auch Ausländer sollen unter den Opfern sein.


Im Zentrum der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat es eine schwere Explosion gegeben. Eine Bombe sei in der Nähe des Erawan-Schreins explodiert, teilte die Polizei mit. Mindestens zwölf Menschen seien bei dem Anschlag gestorben, etwa 80 Personen erlitten Verletzungen. Mehrere thailändische Medien berichteten sogar von 27 Toten. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Unter den Opfern sei "eine erhebliche Zahl von Ausländern", sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft in Bangkok bemühe sich um Aufklärung, ob Deutsche unter den Opfern seien.

Auf Bildern einer Überwachungskamera war an einer belebten Kreuzung ein riesiger Feuerstoß zu sehen, dann rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon. Es handelt sich um eine große Kreuzung im Ratchaprasong-Bezirk. Auf einer Ecke steht der berühmte und bei Touristen beliebte Erawan-Schrein. Thailänder beten dort, Touristen kommen, weil bis spät in den Abend dort mehrmals pro Stunde Tänzerinnen in prunkvollen Kostümen auftreten.

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Bangkok: Explosion im Stadtzentrum
In unmittelbarer Nähe stehen große Hotels, Einkaufszentren und Bürogebäude. Diese wurden nach dem Anschlag geräumt. Die Polizei war unterwegs, um nach Sprengsätzen zu suchen. Die Sicherheitskräfte riegelten den Anschlagsort ab. "Wir suchen nach weiteren Bomben, weil wir ein verdächtiges Objekt entdeckt haben", sagte der Polizeisprecher. Die Behörden verschärften zudem die Sicherheitskontrollen an großen Kreuzungen und bei Touristenattraktionen.

Bombe offenbar an Motorrad befestigt

"Ich habe im Hyatt-Erawan-Hotel zu Abend gegessen, als eine riesige Explosion das Gebäude erschüttert hat", sagte Eric Seldin, der in Bangkok arbeitet. "Als wir 15 Minuten später nach draußen durften, habe ich mehrere mit Tüchern bedeckte Leichen gesehen."

Der Sprengsatz sei an einem Motorrad befestigt gewesen, sagte der stellvertretende Polizeichef. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. "Die Täter wollten unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören, deshalb ereignete sich der Vorfall im Herzen des Touristenviertels", sagte Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan.

Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Die thailändischen Streitkräfte kämpfen im Süden des Landes gegen muslimische Aufständische. Anschläge im Landesinnern sind aber selten. In dem Land, in dem Buddhisten die große Mehrheit der Bevölkerung stellen, herrscht seit Mai vergangenen Jahres die Armee. Sie hatte die gewählte Regierung nach monatelangen Protestaktionen der Bevölkerung gestürzt.

wit/Reuters/dpa/AFP



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