Insel Ko Si Chang Thailänder wegen Mordes an deutscher Touristin zum Tode verurteilt

Für die Vergewaltigung und den Mord an einer 27-jährigen Deutschen ist in Thailand ein Todesurteil gefällt worden. Der 24-jährige Täter bekannte sich dem Gericht zufolge schuldig.

Insel Ko Si Chang in Thailand
Christoph Sator/dpa

Insel Ko Si Chang in Thailand


Drei Monate nach der Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Deutschen in Thailand ist der Täter zum Tode verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der 24-Jährige die 27-jährige Touristin aus Hildesheim Anfang April auf der Insel Ko Si Chang vergewaltigt und sie dann mit einem Stein erschlagen, um zu verhindern, dass sie ihn anzeigt. Er bekannte sich demnach zu allen Vorwürfen schuldig.

Laut dem Urteil stand der Täter, der sein Geld mit dem Einsammeln von Müll verdiente, unter Drogeneinfluss. Er wurde schon wenige Stunden nach der Tat mit blutverschmierter Kleidung in seiner Wohnung festgenommen. Sein Opfer hatte er unter Blättern und Steinen versteckt.

Der Verurteilte könne noch Berufung gegen die Entscheidung einlegen, müsste dazu aber seine Aussage ändern, sagte ein Justizmitarbeiter.

Die Polizei sagte örtlichen Medien, sie gehe davon aus, dass der Mann die Tat allein ausgeführt habe. Der Fall gelte damit als abgeschlossen.

In Thailand sitzen derzeit mehr als 500 Menschen im Todestrakt. Im vergangenen Jahr hatte das Land erstmals seit dem Jahr 2009 wieder ein Todesurteil vollstreckt. Menschenrechtsorganisationen hatten das Ende des Moratoriums scharf kritisiert.

In diesem Jahr werden in dem südostasiatischen Königreich rund 40 Millionen Touristen erwartet. Das Land gilt für Reisende generell als sicher, allerdings fügten mehrere Vorfälle in den vergangenen Jahren dem Ruf als Urlaubsparadies Schaden zu.

2014 waren die Leichen zweier britischer Rucksacktouristen an einem Strand auf Koh Tao gefunden worden. Zwei Arbeitsmigranten aus Myanmar wurden dafür in einem umstrittenen Prozess ebenfalls zum Tode verurteilt.

Das Auswärtige Amt verweist auf seiner Internetseite auf zunehmende Kriminalität in Thailand in verschiedenen Touristenhochburgen, darunter auch Vergewaltigungen. Auf sogenannten Mondscheinpartys sei es bereits mehrfach zu tödlichen Zwischenfällen gekommen. Wiederholt seien Frauen und Mädchen von unter Drogen oder Alkohol stehenden Teilnehmern vergewaltigt worden.

cop/dpa/AFP



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