Rivalisierende Rettungsdienste Tödlicher Streit unter Sanitätern in Bangkok

Mit Knüppeln und Pistolen sind in Bangkok Sanitäter auf Einsatzkräfte eines rivalisierenden Rettungsdienstes losgegangen. Dabei starb mindestens ein Mensch. Anlass waren offenbar Revierstreitigkeiten.

Verkehr in Bangkok (Archiv): "Es gibt keinen Grund für eine Rivalität"
DPA

Verkehr in Bangkok (Archiv): "Es gibt keinen Grund für eine Rivalität"


Bangkok - Bei einem brutalen Streit rivalisierender Rettungsdienste in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist mindestens ein Sanitäter ums Leben gekommen. Anlass für den Gewaltausbruch war nach Behördenangaben ein Streit um Einsatzgebiete: Die Besatzung eines Rettungswagens habe die Einsatzkräfte einer anderen Organisation beschuldigt, nach einem Verkehrsunfall in ihrem Revier tätig geworden zu sein.

Mit Knüppeln und Pistolen gingen die Sanitäter der Pai-Rom-Sai-Stiftung auf ihre Kollegen der Stiftung Por Tek Tung los. Dabei starb ein Helfer, zwei weitere wurden verletzt. "Wir können nicht verstehen, warum sie das getan haben", zitiert die Zeitung "The Australian" den stellvertretenden Chef von Por Tek Tung. "Wir sind einfach nur Freiwillige, die der Gesellschaft dienen wollen, das haben wir ihnen bei früheren Gelegenheiten erklärt. Es gibt keinen Grund für eine Rivalität."

In Thailand konkurrieren gleich mehrere Rettungsdienste um Patienten. Ihre Bezahlung hängt davon ab, wie viele Menschen sie ins Krankenhaus bringen; auch die Zahl der im Leichenschauhaus abgegebenen Toten spielt eine Rolle. Laut "The Australian" sind die Sanitäter deshalb unter den Einheimischen als "Body Snatchers" bekannt - auf deutsch etwa: Leichendiebe.

rls/dpa

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