Reemtsma-Entführer Drach soll Raubüberfälle gegenüber Mitgefangenem eingeräumt haben

Vier Raubüberfälle werden dem Reemtsma-Entführer Thomas Drach in einem laufenden Verfahren vorgeworfen. Drei davon soll er einem Mitgefangenen gestanden haben.
Reemtsma-Kidnapper Thomas Drach im Kölner Landgericht

Reemtsma-Kidnapper Thomas Drach im Kölner Landgericht

Foto: Thilo Schmülgen / REUTERS

Reemtsma-Entführer Thomas Drach soll im Gespräch mit einem anderen Gefangenen in der Untersuchungshaft drei Raubüberfälle eingestanden haben. Das geht aus einem Antrag des Verteidigers von Drachs Mitangeklagtem hervor.

Drach ist in dem laufenden Verfahren angeklagt – wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubs und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Er soll vier Geldtransporter in Köln, Frankfurt am Main und im hessischen Limburg überfallen sowie auf einen Geldboten geschossen und diesen schwer verletzt haben. Der Mitangeklagte ist sein mutmaßlicher Komplize.

Mit dem Antrag will dessen Verteidiger wohl unter anderem erreichen, dass der Mitgefangene nicht wie vom Gericht beabsichtigt bereits am kommenden Montag als Zeuge vernommen wird.

Aus der Begründung des Antrags geht hervor, dass der Belastungszeuge und Drach sich als Untersuchungshäftlinge in der Justizvollzugsanstalt im Kölner Stadtteil Ossendorf bei einer Freizeitaktivität kennengelernt und unterhalten haben sollen. In dem Gespräch sollen beide Männer auch Angaben zu ihren kriminellen Erfahrungen gemacht haben. Drach soll im Laufe des Gesprächs gesagt haben, die gegen ihn aktuell erhobenen Vorwürfe seien »bis auf einen zutreffend«, wie es in dem Antrag hieß.

1996 hatte Drach den Erben der Hamburger Tabakdynastie Reemtsma, Jan Philipp Reemtsma, entführt und ihn später gegen Lösegeld wieder freigelassen. Für die Tat wurde er einst zu mehr als 14 Jahren Haft verurteilt. Anfang 2021 war er in den Niederlanden wegen des Verdachts auf die nun angeklagten Überfälle festgenommen worden.

ala/dpa
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