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10. April 2015, 16:34 Uhr

Schlafentzug in U-Haft

Middelhoff selbst informierte Richter über Suizidgedanken

Die Vorwürfe der Anwälte sind gravierend: Thomas Middelhoff soll in der JVA Essen mehr als 600 Stunden lang der Schlaf entzogen worden sein - aus Angst vor Suizid des Ex-Managers. Nach SPIEGEL-Informationen gaben er und seine Frau jedoch selbst Anlass für die Kontrollen.

Thomas Middelhoffs Anwälte werfen der Justizvollzugsanstalt Essen vor, ihren Mandanten in seiner Gefängniszelle alle 15 Minuten aus dem Schlaf gerissen zu haben. Nach SPIEGEL-Informationen sollen Middelhoff und dessen Frau selbst Anlass für die Kontrollen gegeben haben. Der frühere Karstadt-Manager Thomas Middelhoff hat nach Informationen aus nordrhein-westfälischen Justizkreisen selbst dazu beigetragen, dass er in der Justizvollzugsanstalt Essen als suizidgefährdet eingestuft und streng kontrolliert wurde. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Unmittelbar nach seiner noch nicht rechtskräftigen Verurteilung zu drei Jahren Freiheitsstrafe und seiner Verhaftung im Gerichtssaal im vergangenen November habe Middelhoff gegenüber der urteilenden Kammer geäußert, dass er an Selbsttötung denke.

Auch Middelhoffs Ehefrau habe sich anschließend über einen Emissär an die Justiz gewandt und über diesen ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass ihr Mann sich möglicherweise etwas antun könne.

Middelhoffs Anwälte hatten kritisiert, dass der Ex-Manager während seiner Untersuchungshaft in seiner Zelle alle 15 Minuten kontrolliert worden sei. Er habe deswegen nicht schlafen können und sei infolgedessen krank geworden. In Nordrhein-Westfalen gelten für mutmaßlich suizidgefährdete Häftlinge strengere Regeln als in vielen anderen Bundesländern. In Niedersachsen werden diese Häftlinge etwa häufig per Videotechnik beobachtet.

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