Thüringen Höchststrafe für den Mörder von Mary-Jane

Tino L. muss für den Mord und schweren Missbrauch an dem siebenjährigen Mädchen aus Thüringen lebenslang ins Gefängnis. Das Gericht sah als erwiesen an, dass der 38-Jährige die Tat wochenlang geplant hatte.

Angeklagter Tino L. vor dem Landgericht in Meiningen
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Angeklagter Tino L. vor dem Landgericht in Meiningen


Meiningen - Tino L. nahm das Urteil regungslos entgegen. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Feld-Gerdes sagte, der Angeklagte habe eine "ganz verabscheuungswürdige Tat begangen", nur dessen Reue spreche für ihn. Tino L. muss lebenslang ins Gefängnis, er wurde verurteilt wegen des Mordes und des schweren sexuellen Missbrauchs an der siebenjährigen Mary-Jane.

Das Landgericht Meiningen stellte am Mittwoch zugleich die besondere Schwere seiner Schuld fest. Das verlängert die Haftdauer in der Regel um mehrere Jahre und schließt eine vorzeitige Haftentlassung vor dem Ablauf von 15 Jahren aus.

In seinem Urteil folgte das Gericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Die Verteidigung, die ebenfalls auf lebenslängliche Haft plädiert hatte, hatte dagegen gefordert, auf die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld zu verzichten.

Vor der Urteilsverkündung hatte das Gericht einen Brief des Angeklagten an Mary-Janes Eltern verlesen: Er verstehe selbst nicht, was für ein furchtbarer Mensch er sei, schreibt der 38-Jährige darin.

Tino L. hatte gestanden, Mary-Jane am 24. Juni auf dem Heimweg vom Schulhort abgepasst und in seiner Wohnung missbraucht zu haben. Am Morgen darauf habe er sie aus Angst vor der Entdeckung in ein Waldstück geführt und mit dem Gürtel eines Bademantels gewürgt. Um sicherzugehen, dass das kleine Mädchen starb, legte er es mit dem Gesicht nach unten in einen Bach. Mary-Jane ertrank.

Ein Gutachter hatte dem zweifachen Vater zwar eine sekundäre pädophile Neigung bescheinigt, ihn aber als voll schuldfähig eingestuft. Er habe einen niedrigen Intelligenzquotienten. Die Anklage warf Tino L. vor, die Misshandlung der Grundschülerin wochenlang geplant zu haben. Dem schloss sich der Richter an. Der 38-Jährige war ein Bekannter der Familie.

bim/dpa/dapd

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