Antifa-Szene in Thüringen LKA ermittelt nach Sprengstofffund

Die Thüringer Polizei hat bei Dursuchungen mehrere Kilo Sprengstoff und Chemikalien entdeckt. Die Tatverdächtigen sollen der Antifa-Szene angehören. Ministerpräsident Ramelow gerät wegen der Funde unter Druck.

Bodo Ramelow (Die Linke)
DPA

Bodo Ramelow (Die Linke)


Das Landeskriminalamt hat nach Sprengstofffunden in Thüringen Ermittlungen aufgenommen. Der Sprengstoff sowie mehrere Kilo Chemikalien waren am Dienstag bei Durchsuchungen in der Antifa-Szene entdeckt worden. Gegen zwei 25 und 31 Jahre alte Männer wird ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, ein Explosions- und Strahlungsverbrechen vorbereitet zu haben.

Einer der Tatverdächtigen gehörte früher dem "Bündnis für Zivilcourage und Menschenrechte" im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt an, das sich von der Tat distanzierte. Das Bündnis war 2016 bei der Verleihung des Thüringer Demokratiepreises von der Landesregierung ausgezeichnet worden. Deshalb gerät Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nun politisch unter Druck.

"Die bisher vorliegenden Erkenntnisse legen den Schluss nah, dass der Pressesprecher eines von der Ramelow-Regierung ausgezeichneten Bündnisses Sprengstoffanschläge vorbereitete", sagte Mike Mohring, Landesvorsitzender der Thüringer CDU und Fraktionschef im Landtag, der "Welt am Sonntag". Der Fall soll nun kommende Woche Thema im Thüringer Landtag sein.

"Keine Anzeichen für politischen Hintergrund"

Ob die Verdächtigen tatsächlich Sprengstoffanschläge geplant haben, ist unklar. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gera gibt es "keine Anzeichen für einen politischen Hintergrund" der Tat. Das LKA teilte am Freitag mit, der Staatsschutz werde nicht an den Ermittlungen beteiligt.

Innenminister Georg Maier wollte jedoch einen politischen Hintergrund nicht ausschließen. Die Vorfälle beim G20-Gipfel in Hamburg hätten gezeigt, dass es auch auf der linksextremen Seite des politischen Spektrums ein gefährliches Potenzial gebe. Der SPD-Politiker hält es aber auch "für nicht ausgeschlossen, dass die Ermittlungen in ein kleinkriminelles Milieu führen könnten".

koe



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