Anklage in Thüringen
Polizist soll Vergewaltigung gefilmt haben
Zwei Polizisten in Thüringen sollen im Dienst eine Frau vergewaltigt und die Tat gefilmt haben. Nach SPIEGEL-Informationen gaben sie in Vernehmungen an, es habe sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehandelt.
Polizeiinspektion Gotha: Zwei Beamte sind angeklagt, weil sie eine Frau vergewaltigt haben sollen
Foto: Bodo Schackow/ dpa
Einer der beiden Polizeibeamten aus Gotha, die wegen Verdachts der Vergewaltigung im Dienst verhaftet wurden, soll die mutmaßliche Tat mit einem Handy gefilmt haben. Später soll er die Aufnahmen gelöscht und das Handy in einen Bach geworfen haben. Die Videos konnten aber rekonstruiert werden und werden in dem Prozess eine Rolle spielen, der nach bisheriger Planung Ende März vor dem Landgericht Erfurt beginnen soll.
Bei einer Verkehrskontrolle hatte sich eine Polin mit einem gefälschten Pass ausgewiesen. Die Polizisten der Landespolizeiinspektion Gotha fuhren daraufhin mit der Frau in deren Wohnung in Marlishausen, um dort Hinweise auf ihre wahre Identität zu finden. Dort sollen die Beamten sie laut Staatsanwaltschaft vergewaltigt haben.
In Vernehmungen haben die beiden Beamten eingeräumt, mit der Frau einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Die Polizisten gaben an, die Frau habe gehofft, sie würden sie laufen lassen, wenn sie ihnen sexuell zu Diensten sei. Die 33-Jährige war in Polen offenbar wegen Betrug zur Fahndung ausgeschrieben und arbeitete in Deutschland in der Vergangenheit als Prostituierte für Escortservices.
DER SPIEGEL 13/2020
Foto: cgs
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Die Staatsanwaltschaft Erfurt wirft den Thüringer Polizisten gemeinschaftlichen sexuellen Missbrauch einer "behördlich Verwahrten" vor, sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung und gemeinschaftliche Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall. Die Höchststrafe für das letzte Delikt liegt bei 15 Jahren Freiheitsstrafe.