Knochenfund in Thüringen Von Peggys Skelett fehlen Teile

15 Jahre herrschte Ungewissheit, seit Anfang Juli ist klar: Peggy ist tot. Ein Pilzsammler entdeckte die Knochen des Mädchens. Doch nun hat die Polizei herausgefunden: Das Skelett ist unvollständig.

Polizeibeamte am Fundort der Skelettteile
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Polizeibeamte am Fundort der Skelettteile


Das in einem Wald gefundene Skelett der jahrelang vermissten Schülerin Peggy ist unvollständig. Zudem fehlten Kleidungsstücke des Mädchens sowie jede Spur vom Schulranzen, sagte der Leiter der Sonderkommission Peggy, Kriminaloberrat Uwe Ebner, in Bayreuth. Weitere Fragen zu dem rätselhaften Fall könnten daher derzeit nicht beantwortet werden.

Die damals Neunjährige aus dem oberfränkischen Lichtenberg war im Mai 2001 nach der Schule nicht nach Hause gekommen. Anfang Juli hatte ein Pilzsammler Teile von Peggys Skelett im thüringischen Saale-Orla-Kreis gefunden.

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Der Fall Peggy K.: Eine Neunjährige verschwindet

"Wir haben keinen Verdächtigen und bisher keinen wesentlichen Fortschritt", sagte Oberstaatsanwalt Herbert Potzel bereits am Montag. Der Fall Peggy beschäftigt Behörden und Öffentlichkeit seit 15 Jahren. Die Ermittler hoffen nun auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Am Mittwoch sollte das Verschwinden des Mädchens erneut in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" thematisiert werden.

Zu Todesursache und -zeitpunkt können die Ermittler noch nichts sagen. "Die Untersuchungen dazu sind besonders schwierig", sagte Polizist Ebner. Doch theoretisch könne auch nach so langer Zeit noch Täter-DNA gefunden werden. Auch wie die Knochen im Wald lagen - vergraben, mit Zweigen bedeckt oder in einer Mulde - wollten die Polizisten aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht sagen.

Ob der mögliche Täter aus der Nähe kam, kann die Polizei noch nicht sagen. Staatsanwalt Potzel sagte: "Es liegt nahe, dass der Täter gute Ortskenntnisse hatte. Es kann aber trotzdem sein, dass es ein Fremder war." Die Beamten ermittelten in alle Richtungen. "Wir werden uns nicht auf eine Hypothese beschränken." Potzel betonte: "Wir haben im Augenblick keinen Verdächtigen."

Rechtsmediziner zum Fall Peggy

apr/dpa

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