Tierquälerei Pudel 19 Tage im Auto zurückgelassen

Ein Mann aus Kanada will seinen Hund nur aus Versehen im Auto zurückgelassen haben: De facto quälte sich der Pudel für insgesamt 19 Tage in einem eingesperrten Wagen - bei Minusgraden sowie ohne Wasser und Nahrung.


South Burlington - Bei Minusgraden hatte der Hundehalter in den USA seinen zwölf Jahre alten Pudel für insgesamt 19 Tage in seinem Kleinbus allein gelassen. Wie die Polizei mitteilte, war der Wagen im Parkhaus an einem Flughafen im Staat Vermont abgestellt. Ein Zeuge hatte einen fauligen Geruch bemerkt und daraufhin die Behörden benachrichtigt.

Der 50-jährige Halter des Hundes aus der kanadischen Provinz Quebec will nicht gewusst haben, dass sich der Pudel noch in dem Auto befand. Er war dort eingesperrt ohne Wasser und Nahrung und hat die Hälfte seines Körpergewichts verloren.

Der Vierbeiner erholt sich nun von den Strapazen. Der Halter erhielt eine Geldstrafe wegen Tierquälerei und hat eingewilligt, die Tierarztkosten zu zahlen und den Hund abzugeben.

Urteil: Halter müssen auch für angekettete Tiere haften

Das Landgericht Coburg hat am Freitag eine neue Richtlinie für Hundehalter festgelegt: Demnach können Hundehalter für Bisse ihrer Tiere auch dann haftbar gemacht werden, wenn die Vierbeiner bei der Attacke angekettet waren. Voraussetzung dafür sei, dass die Aggressivität des Hundes von früheren Vorfällen her bekannt ist, hieß es in dem veröffentlichten Urteil des Landgerichts Coburg.

Im konkreten Fall muss die Besitzerin eines Hundes 1500 Euro Schmerzensgeld an einen verletzten Achtjährigen zahlen, obwohl das Kind vor dem angeketteten Tier gewarnt worden war. Der Hund sei schon vorher als aggressiv aufgefallen und hätte daher bei Anwesenheit von Kindern weggesperrt werden müssen, hieß es zur Urteilsbegründung.

Der Achtjährige hatte - vertreten durch seine Eltern - 12.500 Euro Schmerzensgeld verlangt. In dieser Höhe sei das Schmerzensgeld nicht angemessen, da die Verletzungen des Jungen komplett verheilt seien, urteilte das Gericht. Außerdem trage er eine Mitschuld. Der Achtjährige hätte von der Gefahr fremder Hunde wissen müssen.

jjc/AP/dpa



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