Tod beim Rockfestival Eine Leiche, Tausende Verdächtige

Tagelang lag die Leiche einer Frau bei einem Rockfestival im französischen Carhaix unbemerkt in einem Zelt. Woran die Frau gestorben ist, weiß bislang niemand. Auch wenn ein Selbstmord möglich ist, nahmen die Ermittler die Personalien von mehr als 10.000 Festivalbesuchern auf.


Carhaix - Tagelang war niemandem aufgefallen, dass die Frau tot war. "Ihr Zeltnachbar alarmierte das Wachpersonal, nachdem er die Frau zwei Tage lang nicht gesehen hatte", sagte Staatsanwalt Laurent Fichot der Zeitung "Ouest-France". Ersten Ermittlungen zufolge war sie allein zu dem Festival in der Bretagne gefahren. Keiner der Zeltnachbarn habe sie näher gekannt.

Die Todesursache der 43-Jährigen ist bislang unklar. Das Gesicht der Frau sei stark angeschwollen gewesen, heißt es in dem Bericht. Dies könne einerseits auf Schläge hindeuten, könne aber auch ein Zeichen einer raschen Verwesung wegen der hohen Temperaturen sein, schreibt das Blatt. Neben der Leiche entdeckten die Fahnder den Angaben zufolge mehrere Packungen Beruhigungsmittel. Die Ermittler schließen deshalb einen Suizid nicht aus.

Auf dem Festivalgelände waren knapp 400 Polizeibeamte im Einsatz. Zwölf Verdächtige wurden verhört, darüber hinaus nahm die Polizei die Personalien von mehr als 10.000 Festival-Besuchern auf.

Das dreitägige Rockfestival "Vieilles Charrues" zieht nach Angaben der Veranstalter jedes Jahr rund 160.000 Menschen an. Es wurde 1992 ins Leben gerufen. Unter anderem treten Musiker wie Johnny Hallyday oder Tracy Chapman auf. Im vergangenen Jahr waren Deep Purple und Franz Ferdinand zu Gast. Zu größeren Zwischenfällen ist es dort bislang nicht gekommen.

Bei einer Techno-Party in Carnoet allerdings wurde im vergangenen Jahr ein Mädchen erstochen. Der Mörder wurde erst kürzlich überführt.

aki



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