Tod eines Fünfjährigen Staatsanwalt fordert lebenslang für Ziehvater

Unter Müllsäcken und Schutt wurde die Leiche des kleinen Julian aus Delligsen gefunden. Der Lebensgefährte der Mutter gestand, den Jungen getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert nun lebenslange Haft für den Ziehvater.

Verteidigerin Merkel-Blumenthal mit dem Angeklagten: Sie fordert sieben Jahre Haft
dapd

Verteidigerin Merkel-Blumenthal mit dem Angeklagten: Sie fordert sieben Jahre Haft


Delligsen - Mit mehr als 60 Mann hatten Feuerwehr und Polizei Mitte August nach dem kleinen Julian gesucht - die Mutter hatte den Fünfjährigen aus dem niedersächsischen Delligsen als vermisst gemeldet. In einem Nebengebäude seines Elternhauses, zwischen Schutt und Müllsäcken, wurde die Leiche des Kindes entdeckt. Der kleine Körper war von Wunden und Prellungen übersät. Der Fünfjährige war laut Obduktion an inneren Blutungen als Folge der Misshandlungen gestorben.

Der Lebensgefährte von Julians Mutter gab zu, den Jungen im Drogenrausch stundenlang misshandelt und getötet zu haben.

Am Dienstag forderte die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen den 27-Jährigen lebenslange Haft wegen Mordes. Das Kind habe den Angeklagten nicht etwa provoziert, betonte Staatsanwalt Wolfgang Scholz im Landgericht Hildesheim: "Es war vielmehr die Lust des Angeklagten an der Erniedrigung und körperlichen Misshandlung des Jungen."

Die Verteidigerin Kristina Merkel-Blumenthal plädierte hingegen auf Körperverletzung mit Todesfolge und forderte eine siebenjährige Haftstrafe für den Angeklagten.

siu/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.