Ahmaud Arbery Tödliche Schüsse auf Schwarzen - US-Justizbehörde ermittelt offenbar wegen Hassverbrechens

Ahmaud Arbery soll von mehreren Männern gejagt und erschossen worden sein. Nach schleppenden Ermittlungen soll die Tat jetzt auf höchster Ebene untersucht werden.
Demonstranten am 16. Mai 2020 in Brunswick, wo Ahmaud Arbery beim Joggen erschossen worden war

Demonstranten am 16. Mai 2020 in Brunswick, wo Ahmaud Arbery beim Joggen erschossen worden war

Foto: Stephen B. Morton/ AP

Der Fall des getöteten schwarzen Joggers, Ahmaud Arbery, löste in den USA Bestürzen aus - auch, weil sich die Justiz mit den Ermittlungen viele Wochen Zeit ließ. Nun soll die Tat offenbar auf höchster Ebene untersucht werden: Laut dem Anwalt der Familie Arbery ermittelt die US-Justizbehörde wegen eines Hassverbrechens. Das sagte der Jurist dem Sender CNN , mehrere US-amerikanische Medien berichteten.

Er habe von den Entwicklungen bei einem Treffen mit U.S. Attorney Bobby Christine erfahren, so der Anwalt. Christine habe ihm gesagt, dass seine Behörde bereits Ermittlungen aufgenommen habe. Ein Sprecher der Justizbehörde wollte dazu auf Nachfrage von CNN keine Aussage machen.

Der 25-jährige Arbery war in der Stadt Brunswick beim Joggen erschossen worden. Die Tat ereignete sich am 23. Februar. Die Ermittlungen kamen erst Anfang Mai in Gang, als ein verstörendes Handyvideo breite Aufmerksamkeit erlangte.

Zwei weiße Tatverdächtige, der 64 Jahre alte Gregory McMichael, ein früherer Polizist, und sein 34 Jahre alter Sohn Travis wurden kurz nach Bekanntwerden des Videos festgenommen. Sie müssen sich wegen schwerer Körperverletzung und Mord verantworten. Den Ermittlern zufolge hatten die Tatverdächtigen Arbery mit zwei Schusswaffen bedroht, als dieser in dem Viertel unterwegs war.

Vor wenigen Tagen war ein weiterer Verdächtiger gefasst worden, der die Szene gefilmt haben soll. Auch ihm wird Mord zur Last gelegt.

Erst im Februar wurde Lynchjustiz in den USA auch auf Bundesebene zur Straftat erklärt. Der Kongressabgeordnete Bobby Rush, der die Initiative im Repräsentantenhaus eingebracht hatte, schrieb bei Twitter: "Lynchen ist ein amerikanisches Übel. Heute senden wir eine starke Botschaft aus, dass Gewalt - und insbesondere rassistische Gewalt - keinen Platz in Amerika hat."

Der Fall Ahmaud Arbery könnte zum ersten großen Beispiel für die Anwendung dieser Gesetzesänderung werden.

lmd
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