In Montana erschossener Austauschschüler Todesschütze ist vorbestraft

Er soll den Hamburger Austauschschüler Diren D. in seiner Garage erschossen haben: Wenige Tage vor Beginn des Prozesses gegen Markus K. im US-Bundesstaat Montana wurde bekannt, dass der Angeklagte eine kriminelle Vorgeschichte besitzt.

Angehörige mit Gedenk-Shirts für erschossenen Schüler (im April)
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Angehörige mit Gedenk-Shirts für erschossenen Schüler (im April)


Missoula - Wegen vorsätzlicher Tötung muss sich Markus K. in wenigen Tagen vor Gericht verantworten: Er soll den deutschen Austauschschüler Diren D. in seiner Garage in Montana erschossen haben. Jetzt wurde bekannt, dass K. in mindestens einem Fall vorbestraft ist. Richter Ed McLean ordnete zudem ein psychiatrisches Gutachten an, das noch vor Prozessbeginn erstellt werden soll.

Den Gerichtsakten zufolge wurde K. 2003 in Seattle wegen Körperverletzung verurteilt. Die Zeitung "The Missoulan" meldet zudem, K. sei 2005 im Bundesstaat Montana wegen zweier Straftaten angeklagt worden. Über die Art der Delikte und das damalige Urteil gebe es keine Informationen. Die Gründe dafür seien unklar.

K. soll den 17-jährigen Diren D. am 27. April in seiner Garage erschossen haben. Die Tat selbst räumte er zwar ein, seine Verteidigung plädiert aber auf "nicht schuldig" und wird versuchen nachzuweisen, dass ihr Mandant lediglich sein Haus und seine Familie verteidigen wollte.

Hintergrund ist die sogenannte Castle Doctrine, wonach sich Bürger Montanas wie in etwa der Hälfte aller US-Bundesstaaten notfalls mit Waffengewalt wehren dürfen. Dieser Grundsatz rechtfertigt den Einsatz tödlicher Gewalt gegen Eindringlinge in Haus und Garten in den meisten Fällen, der Schütze muss sich aber ernsthaft bedroht fühlen.

Der Prozess gegen K., bei dem seine Anwälte Dutzende Zeugen aufbieten wollen, beginnt am 1. Dezember. Laut Aussagen eines Freundes war Diren angeblich auf der Suche nach Alkohol, als er das Grundstück des Angeklagten betrat.

rls/AP



insgesamt 176 Beiträge
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monolithos 18.11.2014
1. Todesschütze ist vorbestraft
Das ändert aber nichts an der Schuldfrage, ist daher nicht von Belang. Zur Erinnerung: Der "Austauschschüler" war in dem Moment seines Todes ein Einbrecher. Das mag aus unserer Sicht nicht zwangsläufig rechtfertigen, ihn zu erschießen, aber wir sind hier ja auch nicht in Montana. Bewertungsmaßstab der Schuldfrage muss die dortige Gesetzeslage sein. Man kann nur jedem empfehlen, solch rabiate Staaten zu meiden. Und den Besitz anderer zu respektieren.
mariuslanz 18.11.2014
2. ...
Der Mann hat mit Absicht seine Garage offen gelassen und die Geldbörse seiner Frau auf dem Boden schön einsichtlich von der Strasse aus plaziert. Er hat sogar beim Friseur davon gesprochen ein "scheiß Kid" abknallen zu wollen. Das rechtfertigt zwar nicht das hier jemand fremdes Eigentum betreten hat aber eine Falle zu legen um mit Ansage eine Person zu töten ist immer noch Mord, nicht Totschlag oder Selbstverteidigung sondern Mord, denn die Sache wurde hinreichend im voraus geplant.
sirraucheinviel 18.11.2014
3. Ich muss immer wieder schmunzeln ...
.... wenn ich die Definition der Castle-Doktrin lese. "Muss sich ernsthaft bedroht fühlen" ..... wenn das das häufige Rumballern rechtfertigt ist es tatsächlich ein Wunder, daß in den USA noch Menschen leben.
fredadrett 18.11.2014
4. Was sucht der in einer fremden Garage?
Das ist zwar keine Rechtfertigung für einen Mord, aber ich denke auch hierzulande wünschen sich viele Menschen.mehr.Respekt vor fremden Eigentum. Ein klares Defizit in der heutigen Erziehung.
Marellon 18.11.2014
5. Tut man nicht
Es ist klar: Man erschießt nicht jemanden, der in eine Garage latscht uind keine drohende Haltung einnimmt. Tut man nicht. Gehört sich nicht. - Und nun zur anderen Seite: Man latscht nicht in fremde Garagen. - Und nun zur Moral aus der Geschicht': Eine gute Erziehung und deren Befolgung ist eine feine Sache und rettet gelegentlich Leben, besonders, wenn man in einem fremden Lande voller Gewalttäter und Idioten unterwegs ist.
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