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15. Februar 2017, 15:58 Uhr

Tod von Prügelopfer Niklas

Zeuge belastet Hauptangeklagten schwer

Der 17-jährige Niklas aus Bonn wurde nachts verprügelt - und starb. Vor Gericht bestreitet der Hauptangeklagte die Tat. Doch ein wichtiger Zeuge erinnert sich anders.

Im Prozess um den Tod des verprügelten Schülers Niklas hat ein Zeuge den Hauptangeklagten schwer belastet. Der Zeuge sagte vor dem Bonner Landgericht, er habe in der Tatnacht unmittelbar miterlebt, wie der Beschuldigte Niklas erst geschlagen und dann getreten habe.

Der 21 Jahre alte Angeklagte habe Niklas zunächst mit einem Faustschlag niedergestreckt. Dann habe er ausgeholt und Niklas "mit voller Wucht gegen den Kopf getreten". Die Prügelattacke gegen Niklas geschah im Mai 2016 im Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Der Junge starb wenige Tage später im Krankenhaus.

Detaillierte Schilderung

Der Zeuge schilderte vor Gericht detailliert die Geschehnisse aus der Tatnacht. Er gehörte demnach zu der Freundesgruppe, mit der Niklas damals unterwegs war. Der Zeuge erkannte vor Gericht auch den Mitangeklagten wieder. Dieser soll den Zeugen und eine Begleiterin geschlagen haben.

Ein rechtsmedizinisches Gutachten ergab, dass Niklas' Gefäße im Gehirn vorgeschädigt waren. Auslösend für seinen Tod sei daher bereits der Faustschlag gewesen, der im Normalfall keine tödlichen Folgen gehabt hätte. Dem mutmaßlichen Haupttäter wirft die Anklage deshalb eine Körperverletzung mit Todesfolge vor.

Der Mann bestreitet allerdings, überhaupt am Tatort gewesen zu sein. Die Verteidigung der beiden Angeklagten hielt dem Zeugen vor, die Beschuldigten bei der Polizei nicht zweifelsfrei wiedererkannt zu haben.

sms/dpa

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