Vierter US-Bundesstaat South Carolina führt Erschießen als Hinrichtungsmethode ein

In South Carolina mangelt es an Mitteln für Hinrichtungen mit der Giftspritze. Nun soll bald eine weitere Hinrichtungsmethode eingeführt werden, um mehr Todesurteile vollstrecken zu können.
Abgeordnetenhaus in South Carolina

Abgeordnetenhaus in South Carolina

Foto: Wilsilver77 / Getty Images

Das Abgeordnetenhaus in South Carolina hat dafürgestimmt, ein Erschießungskommando zu den Hinrichtungsmethoden in dem US-Bundesstaat hinzuzufügen. So sollen die Hinrichtungen beschleunigt werden.

Der Gesetzentwurf, der mit 66 zu 43 Stimmen angenommen wurde, sieht vor, dass verurteilte Häftlinge entweder erschossen oder durch den elektrischen Stuhl hingerichtet werden, wenn keine Medikamente für die tödliche Injektion verfügbar sind.

In South Carolina wurde in letzter Zeit niemand hingerichtet, weil diese Mittel abgelaufen sind und kein Nachschub verfügbar ist. Die Häftlinge, die nach aktueller Rechtslage zwischen dem elektrischen Stuhl und der tödlichen Injektion wählen können, entscheiden sich daher für Letzteres, um der Hinrichtung vorerst zu entgehen.

Zuletzt war in South Carolina vor zehn Jahren ein Insasse des Todestrakts hingerichtet worden. Von 2000 bis 2010 gab es im Durchschnitt knapp zwei Hinrichtungen pro Jahr. Der Rückgang der Zahl der Hinrichtungen liegt jedoch nicht nur an mangelnden Medikamenten, sondern auch an einem veränderten Vorgehen der Staatsanwälte, die vermehrt auf Schuldeingeständnisse mit lebenslangen Freiheitsstrafen statt auf Todesstrafprozesse setzen.

Gouverneur Henry McMaster will Gesetz unterzeichnen

South Carolina ist einer von neun Staaten, die noch den elektrischen Stuhl benutzen, und wird neben Mississippi, Oklahoma und Utah der vierte sein, der ein Erschießungskommando erlaubt. Der Senat hatte dem Gesetzentwurf bereits im März zugestimmt, der republikanische Gouverneur Henry McMaster kündigte an, diesen zu unterzeichnen.

Demokratische Abgeordnete scheiterten mit mehreren Änderungsanträgen zu dem Gesetzentwurf. Unter anderem hatten sie gefordert, die neuen Hinrichtungsregeln nicht für derzeitige Insassen des Todestrakts anzuwenden oder die Todesstrafe gleich vollständig zu verbieten.

bbr/AP
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