US-Bundesstaat South Carolina Erschießung oder elektrischer Stuhl – Todeskandidaten haben die Wahl

Präparate für die Giftspritzen werden knapp: Deshalb erlaubt der US-Staat South Carolina bald auch Hinrichtungen per Schusswaffe. Das neue Gesetz sah ursprünglich auch einen Livestream der Tötung vor.
Elektrischer Stuhl in Columbia, South Carolina

Elektrischer Stuhl in Columbia, South Carolina

Foto: Kinard Lisbon / AP

Zur Vollstreckung der Todesstrafe will der US-Bundesstaat South Carolina künftig auch Erschießungen erlauben. Der Gouverneur des Staates, Henry McMaster, schrieb am Montag auf Twitter, er habe eine entsprechende Gesetzesänderung unterzeichnet.

Bislang war eine Vollstreckung der Todesstrafe in dem Staat durch eine Giftspritze vorgesehen. Aus Mangel an den dafür nötigen tödlichen Präparaten gab es in South Carolina jedoch in den vergangenen Jahren keine Hinrichtungen.

Durch die Gesetzesänderung sollen zum Tode Verurteilte nun wählen können, ob sie auf dem elektrischen Stuhl oder durch Erschießung sterben wollen, wenn eine Giftspritze nicht verfügbar ist.

Nach Angaben des Informationszentrums für Todesstrafe haben bislang 23 der 50 US-Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft, zuletzt Virginia. Drei weitere Staaten haben die Vollstreckung demnach ausgesetzt.

South Carolina selbst hat seit zehn Jahren keinen Gefangenen mehr hingerichtet. Derzeit sitzen dort nach Angaben des britischen »Guardian«  37 Menschen ohne weitere rechtliche Handhabe in Todestrakten. Ursprünglich hatte der Gesetzentwurf vorgesehen, dass die Hinrichtungen zur Abschreckung live im Internet gestreamt werden sollen. Diese Idee hat es nicht in die finale Version geschafft.

Unter Trump ließ der Bund wieder Menschen hinrichten

In Staaten, in denen es noch Hinrichtungen gibt, ist die Verabreichung einer Giftspritze die gängige Methode. Allerdings verweigern verschiedene Pharmaunternehmen die Verwendung ihrer Stoffe für die Vollstreckung der Todesstrafe. Darunter der Pfizer-Konzern, der 2016 eine entsprechende Regelung verfügt hat.

Es gibt auf dem Papier jedoch Alternativen, wozu prinzipiell auch Erschießungen gehören, zu denen es in der jüngeren US-Geschichte nach Angaben des Informationszentrums jedoch nur in einzelnen Fällen kamen, zuletzt 2010 im Bundesstaat Utah.

2020 wurden in den USA nach Angaben des Zentrums von fünf Staaten und der Bundesregierung insgesamt 17 Menschen hingerichtet. Der Bund hatte fast zwei Jahrzehnte lang keine Todesstrafen mehr vollstrecken lassen – die Regierung von Ex-Präsident Donald Trump setzte jedoch deren Wiedereinführung durch. Der neue Präsident Joe Biden lehnt die Todesstrafe ab.

jok/dpa