Verurteilter Mörder Texas richtet geistig Behinderten hin

Der Mörder Robert Ladd soll geistig minderbemittelt gewesen sein. Trotzdem wurde der 57-Jährige nun in Texas hingerichtet - es ist der zweite Fall dieser Art binnen wenigen Tagen. Seine letzten Worte richtete Ladd an die Schwester seines Opfers.

Robert Ladd: "Es tut mir sehr, sehr leid"
AP/ TDCJ

Robert Ladd: "Es tut mir sehr, sehr leid"


Huntsville - Im texanischen Huntsville ist der verurteilte Mörder Robert Ladd hingerichtet worden. Er hatte 1996 die damals 38-jährige Vicki Ann Garner brutal getötet. Die Tat geschah, als Ladd auf Bewährung in Freiheit war: Er hatte zuvor bereits drei Menschen ermordet.

Vor seiner Hinrichtung lehnte der Supreme Court mehrere Einsprüche ab: So soll Ladd mit einem Intelligenzquotienten von 67 geistig behindert gewesen sein. Außerhalb von Texas wäre er damit zu lebenslanger Haft verurteilt worden, aber nicht zur Todesstrafe, sagte der Anwalt Brian Stull. Er hatte zudem argumentiert, dass die texanische Form der Hinrichtung möglicherweise verfassungswidrig sei: Bei dem verwendeten Gift sei nicht sichergestellt, dass es zu einem schmerzfreien Tod komme.

Seine letzten Worten richtete Ladd an die Schwester von Garner. Es tue ihm sehr, sehr leid. "Ich hoffe wirklich sehr und bete dafür, dass in deinem Herzen kein Hass ist." Er hoffe, sie finde Frieden. Dann wandte sich Ladd an die Wache und sagte: "Los geht's."

Ladd wurde um 19.02 Uhr für tot erklärt, 27 Minuten, nachdem ihm das tödliche Gift injiziert wurde. Garners Schwester sagte anschließend, sie habe die Entschuldigung akzeptiert. "Wir hassen die Sünde, die er begangen hat", sagte die Frau. "Aber am Ende seines Lebens haben wir ihn nicht mehr gehasst, und wir haben Mitgefühl mit seiner Familie."

Ladd hätte schon 2003 hingerichtet werden sollen. Nur Stunden vor dem Termin gab es einen Gerichtsentscheid, wonach der geistige Zustand des Mannes überprüft werden sollte. In den USA entscheiden die Gerichte häufig buchstäblich in letzter Minute, ob sie einen Aufschub gewähren.

Erst vor wenigen Tagen wurde der zweifache Mörder Warren Lee Hill im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet - der Termin war zuvor zweimal kurzfristig verschoben worden. Hill soll einen Intelligenzquotienten von 70 und die geistigen Fähigkeiten eines Elfjährigen gehabt haben.

Hinrichtungen seit 1976

aar/AP

insgesamt 84 Beiträge
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metbaer 30.01.2015
1. Was ist denn das für Journalismus?
Das nennt man also Journalismus? Die Schlagzeile suggeriert eine Tatsache ("Texas richtet geistig behinderten Mann hin") und schon im ersten Satz wird deutlich, dass eben diese Tatsache strittig ist und diskutiert wird. Hauptsache Aufschrei und Skandal produzieren, was?
janyla 30.01.2015
2. widerlich
Ein solches Land soll unsere "Supermacht" sein und anderen Ländern ein Vorbild? Kein Land welches die Todesstrafe ausführt oder Gesetzlich verankert kann jemals eine moralische Vormachtstellung gegenüber unterentwickelten Ländern einnehmen.
lemmuh 30.01.2015
3.
Man kann über die Todesstrafe denken was man will, aber ich nehme doch sehr an, dass ein IQ von 67 bei uns auch nicht extrem als strafmildernd angesehen würde. Das ist zwar im Bereich einer leichten geistigen Behinderung, aber nicht so weit, dass solche Personen nicht weitgehend normal sozial integriert wären.
LauschenIstTerror 30.01.2015
4. Auge um Auge ....
Die Todesstrafe ist staatlicher Mord.
Aase 30.01.2015
5. Probleme werden nicht gelöst
Offensichtlich sind Behinderte, die eine geistige Behinderung haben, in den usa erheblich benachteiligt. Bei Behinderten in Deutschland wird die usa als behindertenfreundliches Land kritiklos hofiert. Das macht mich äußerst nachdenklich.
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